Schlagwort-Archive: Solidarität

Gegen Leiharbeit im Wiener AKH! Unterstützungstreffen Initiative Übernahme statt Fremdvergabe

akhLiebe KollegInnen, liebe FreundInnen,

im AKH arbeiten fast 1000 LeiharbeiterInnen der Firma AGO (Akademischer Gästedienst in Österreich) in verschiedenen Bereichen, von der Reinigung bis zur EDV. Begründet durch einen öffentlichen „Vergabeskandal“ soll der Vertrag mit AGO vom AKH gekündigt werden und sind die Arbeitsplätze der KollegInnen und ihre Zukunft in Gefahr.

Wir haben bereits tausende Unterschriften für die Übernahme der KollegInnen in die Gemeinde gesammelt und mit Aktionen auf uns aufmerksam gemacht.

Jetzt suchen wir UnterstützerInnen, die uns helfen unseren Kampf breiter, öffentlicher und stärker zu machen. Deshalb laden wir am 3.
Juni um 18:00 ins Büro des AGO Betriebsrats zum Soli-Treffen, um gemeinsam zu diskutieren wie unser Kampf unterstützt werden kann. Alle
solidarischen Menschen, die in irgendeiner Art und Weise unterstützen könnten, sind herzlich eingeladen.

Mehr Infos über unsere Kampagne gibt’s auf unserem Blog:
https://initiativeuebernahme.wordpress.com/
Oder auf Facebook:
https://www.facebook.com/initiative.uebernahme

Wenn würden uns um eine Benachrichtigung freuen, falls ihr kommt, damit
wir wissen ob wir genug Platz haben.

Kontakt unter: initiative.uebernahme@gmail.com

Soli-Treffen:
3. Juni, 18:00
Büro AGO Betriebsrat
Waltergasse 14
1040 Wien

Eure
Initiative Übernahme

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Austeritätspraxen: Solidaritätsdelegation zur Gesundheitskatastrophe in Griechenland

Nadja Rakowitz über gesundheitliche Nebenwirkungen der Troika-Politik in Griechenland

Originaltitel des Artikels: „Austeritätspraxen“

Erschienen in: express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 3/2013

Vom 25.-28. Februar dieses Jahres ist eine Delegation des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte und von medico international nach Athen und Thessaloniki gefahren, um sich ein Bild von den Auswirkungen der Austeritätspolitik auf das Gesundheitswesen zu machen und um mit Leuten aus solidarischen Initiativen zu sprechen und die Möglichkeiten von konkreter praktischer Solidarität auszuloten. Ein weiteres Anliegen war es, mit Gesundheitspolitikern der Linken zu sprechen über die Pläne der EU, mit Hilfe des deutschen Gesundheitsministeriums genau jene Elemente des deutschen Gesundheitswesens in Griechenland zu implementieren, gegen die kritische (nicht nur) linke Kräfte zu kämpfen beginnen: die DRG-Finanzierung der Krankenhäuser, über die und deren verheerende Auswirkungen Peter Hoffmann im letzten express berichtet hat. Nadja Rakowitz nahm als Geschäftsführerin des vdää an der Reise teil und schildert ihre Eindrücke.1 Weiterlesen

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Solidarität ist keine Einbahn! Offener Brief von Dr. med. Gabriel an Ärztekammerpräsident Dorner

Werter Herr Präsident Dr. Dorner!

In der Presseaussendung der ÖÄK vom 13. 5 2011 werden Sie als Redner am Symposion „Lebensstil und persönliche Verantwortung“  wie folgt zitiert:

„Jeder Mensch trage Verantwortung für sich selbst. Dazu gehört auch, Erkrankungen durch einen ungesunden bzw. riskanten Lebensstil im eigenen Interesse, aber auch im Interesse der Gesellschaft tunlichst zu vermeiden. Gleichzeitig sei aber die Gesellschaft – und hier speziell die soziale Krankenversicherung – gefordert, die mit einer Erkrankung schicksalshaft verbundenen Härten abzufedern. Man muss dabei jedoch hinterfragen, inwieweit rücksichtslose Verhaltensweisen, die eine hohe Gefahr der Selbstschädigung mit sich bringen, immer eine Verpflichtung der Solidargemeinschaft nach sich ziehen müssen. In der Folge warf der ÖÄK-Präsident die Frage auf, ob die vorhersehbaren Konsequenzen eines bewussten Raubbaus an der eigenen Gesundheit noch als schicksalshaftes Ereignis bezeichnet werden könnten.“

Ich mahne Sie persönlich, und in diesem Zusammenhang mit Nachdruck ein, dass bei der Diskussion des Themas Lebensstils und Eigenverantwortung nicht nur das selbstschädigende Verhalten der BürgerInnen in Betracht gezogen wird, sondern auch jenen Forschungsergebnissen Rechnung getragen wird, die den direkten Zusammenhang von Umweltnoxen und die gesundheitsschädigenden Auswirkungen einer zunehmend rücksichtslosen Arbeitswelt zweifelsfrei belegen.

Wie in den verschiedensten Untersuchungen wissenschaftlich belegt worden ist, gehört gerade die Gruppe der ÄrztInnen zu den Spitzenreitern in den Bereichen  Suchterkrankungen und Burnout-Gefährdung  in Österreich. Es ist auch kein Geheimnis, dass gerade aus diesen Gründen die Lebenserwartung der ÄrztInnen signifikant unter der durchschnittlichen österreichweiten liegt.

Gerade weil sich, wie gezeigt werden kann, die Gruppe der ÄrztInnen in ihrer statistischen Gesamtheit bei der Frage Lebensstil und Gesundheitsvorsorge derart außergewöhnlich exponiert wieder findet, sollten sie als Präsident der ÖÄK und wie ich persönlich meine: im Interesse der Gesellschaft (sic!)  tunlichst vermeiden eine Schelte im Interesse derjeniger zu artikulieren, die zuallererst an der Destabilisierung der öffentlichen Gesundheitsversorgung und deren Privatisierung bis ins letzte Glied interessiert sind, eine kapitalkräftige Minderheit in der Gesellschaft darstellen und laufend mit der Diskreditierung des Begriffes der Solidarität beschäftigt sind. Mit derartigen Äußerungen machen sie sich zum Erfüllungsgehilfen dieser selbsternannten Totengräber unserer Solidargesellschaft.

Es steht ihnen als Vertreter der österreichischen Ärzteschaft keinesfalls zu, Faktoren wie Bildung, sozialer und kultureller Hintergrund oder gar Gruppenzwang hauptsächlich dafür verantwortlich zu machen, für welchen Lebensstil sich eine Ärztin entscheidet; hier fordere ich sie persönlich kompromisslos auf öffentlich, mit Nachdruck und anhaltend der ganzen Wahrheit die Ehre zu geben und darüber zu sprechen, welchen Arbeitsbedingungen und welchem zunehmendem Leistungsdruck nicht nur die österreichischen Ärztinnen, sondern auch der Großteil der österreichischen Arbeiter und Selbstständigen ausgesetzt werden.

Sie sprachen darüber, dass die Gesellschaft und „hier speziell die soziale Krankenversicherung gefordert sei, die mit einer Erkrankung schicksalhaft verbundene Härten abzufedern.“

Dazu stelle ich Folgendes fest: Die soziale Krankenversicherung ist kein Deus ex machina, so wie die österreichischen Ärztinnen keine Götter in Weiss sind, die irgendwelche Härten abzufedern haben und mit dem moralischen Zeigefinger all jenen mit riskanten Lebenstilentwürfen zu drohen haben.

Wir ÄrztInnen haben nach bestem Wissen und Gewissen den Betreuungsauftrag der Patienten zu erfüllen und im sozialmedizinischen Bereich dafür Sorge zu tragen, dass die Ursachen, die unsere Mitmenschen krank machen, erforscht und benannt werden und diesen sinnvoll vorgebeugt wird. Es ist unsere Pflicht, für die unbeschränkte Teilhabe aller Bürgerinnen an den Errungenschaften der medizinischen Forschung zu streiten.

Die sozialen Kassen – finanziert im Umlageverfahren – federn nichts ab, sie haben den Versicherten und deren ärztlichen Beratern und Therapeuten die erforderlichen Mittel für ihr Handeln in die Hand zu geben.

Die soziale Krankenversicherung in Österreich – und das wissen Sie – leidet nicht an einer Kostenexplosion oder an einer verschwenderischen Freigiebigkeit an suspekte Individuen mit riskanten Lebensentwürfen, die Finanzierungsnöte der sozialen Krankenversicherungen sind, wie eindeutig zu belegen ist, einer Einnahmenserosion geschuldet.

Nur die Taschen des Arbeiters sind gläsern!! Die Abgabenschulden der Privatwirtschaft an die sozialen Kassen sind legendär.  Die Forderung der ÖÄK für die Einführung der Wertschöpfungsabgabe ist ein mittlerweile verstaubtes Lippenbekenntnis in den Archiven der Weihburggasse.

Solidarität ist keine Einbahn  sondern eine gesellschaftliche Herausforderung!!

Dr. Gabriel Rudolf

Mitglied der österr. Ärztekammer

Rückfragen bitte unter solidarischgsund ÄT hotmail.com

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Solidaritätserklärung „Solidarisch G’sund“ mit Charité Berlin und Charité Facility Management

9.5.2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen der Charité Berlin und des Charité Facility Management!

Mit Hochachtung erklären wir, die Plattform für ein öffentliches Gesundheitswesen, „Solidarisch G’sund“, unsere Solidarität mit dem unbefristeten Streik, in den ihr seit Montag, 2.5. getreten seid! Seid 6.5. habt Ihr Euren Streik teilweise ausgesetzt, da ein Angebot des Managements vorliegt. Die diskriminierten Lohnabhängigen des Charité Facility Managements streiken weiter.

Wir unterstützen Eure Forderungen nach Erhöhung der monatlichen Entgelte um 300 EUR, einer Jahressonderzahlung in Form eines 13. Monatsgehalts, für die Erhöhung der Vergütung für Auszubildende analog des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst, für die Aufhebung der Unterschiede zwischen West und Ost in den Standorten der Charité in Berlin, für 30 Tage Urlaub für alle Beschäftigten, ein verbessertes Nachtzuschlagsmodell und deutliche Verbesserungen in den Bereichen Arbeitszeit und Arbeitsbefreiung.

Wir sehen gerade, dass die Kärntner Landesregierung in Österreich den Personalabbau am Landeskrankenhaus Klagenfurt beginnt. Und das nach vielen Jahren fortschreitender Verschlechterungen, nach Jahren des Raubbaus an der Gesundheit der Kolleg*innen. Dies wird notwendig auch die Behandlungsqualität verschlechtern.

Wir sehen gerade, dass die Landesregierung der Steiermark in Österreich 25% des Landesbudgets für Gesundheit, Soziales, Bildung und Kultur kürzt. Ein unfassbarer Angriff auf die Interessen der Arbeitenden und der Klient*innen und Patient*innen.

Euer Arbeitskampf gibt uns Mut, Kraft und Inspiration, auch in Kärnten und in der Steiermark die Organisation eines Streiks für bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Versorgung im Gesundheits- und Sozialbereich rasch voranzubringen.

In Solidarität, Solidarisch G’sund – Plattform für ein öffentliches Gesundheitswesen
http://solidarischgsund.org/

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