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Krankenkassen: 106 Mio. Euro Plus

APA: Krankenkassen: 106 Mio. Euro Plus
Die Presse, 16. 11. 2012, 7

Für 2012 erwarten die Kassen einen kräftigen Überschuss.

[WIEN/APA] Die Krankenkassen erwarten für heuer einen Überschuss von 105,9 Millionen Euro -berücksichtigt sind dabei die 40 Mio Euro aus dem Strukturfonds sowie die Maßnahmen zum Konsoldierungspakt. Nur für zwei Träger, die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse und die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft, wird ein Defizit prognostiziert, nämlich 15,8 Mio. bzw. 9,8 Mio. Euro.

Nächstes Jahr soll der generelle Aufwärtstrend weitergehen: Man rechnet mit einem Plus von 109 Mio. Euro. Der Schuldenstand – vor einigen Jahren noch über eine Milliarde – liegt inzwischen bei etwa 200 Mio. Euro. Der Großteil davon geht auf die Wiener Gebietskrankenkasse zurück.

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Krankenkassen 2010 mit 362 Mio. im Plus

Österreich ORF, 16.5.2011

Die Krankenkassen haben im Vorjahr einen Überschuss von 361,7 Millionen Euro erzielt. Das geht aus dem Gebarungsergebnis für 2010 hervor, das der Hauptverband der Sozialversicherungsträger veröffentlicht hat.

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Solidarität ist keine Einbahn! Offener Brief von Dr. med. Gabriel an Ärztekammerpräsident Dorner

Werter Herr Präsident Dr. Dorner!

In der Presseaussendung der ÖÄK vom 13. 5 2011 werden Sie als Redner am Symposion „Lebensstil und persönliche Verantwortung“  wie folgt zitiert:

„Jeder Mensch trage Verantwortung für sich selbst. Dazu gehört auch, Erkrankungen durch einen ungesunden bzw. riskanten Lebensstil im eigenen Interesse, aber auch im Interesse der Gesellschaft tunlichst zu vermeiden. Gleichzeitig sei aber die Gesellschaft – und hier speziell die soziale Krankenversicherung – gefordert, die mit einer Erkrankung schicksalshaft verbundenen Härten abzufedern. Man muss dabei jedoch hinterfragen, inwieweit rücksichtslose Verhaltensweisen, die eine hohe Gefahr der Selbstschädigung mit sich bringen, immer eine Verpflichtung der Solidargemeinschaft nach sich ziehen müssen. In der Folge warf der ÖÄK-Präsident die Frage auf, ob die vorhersehbaren Konsequenzen eines bewussten Raubbaus an der eigenen Gesundheit noch als schicksalshaftes Ereignis bezeichnet werden könnten.“

Ich mahne Sie persönlich, und in diesem Zusammenhang mit Nachdruck ein, dass bei der Diskussion des Themas Lebensstils und Eigenverantwortung nicht nur das selbstschädigende Verhalten der BürgerInnen in Betracht gezogen wird, sondern auch jenen Forschungsergebnissen Rechnung getragen wird, die den direkten Zusammenhang von Umweltnoxen und die gesundheitsschädigenden Auswirkungen einer zunehmend rücksichtslosen Arbeitswelt zweifelsfrei belegen.

Wie in den verschiedensten Untersuchungen wissenschaftlich belegt worden ist, gehört gerade die Gruppe der ÄrztInnen zu den Spitzenreitern in den Bereichen  Suchterkrankungen und Burnout-Gefährdung  in Österreich. Es ist auch kein Geheimnis, dass gerade aus diesen Gründen die Lebenserwartung der ÄrztInnen signifikant unter der durchschnittlichen österreichweiten liegt.

Gerade weil sich, wie gezeigt werden kann, die Gruppe der ÄrztInnen in ihrer statistischen Gesamtheit bei der Frage Lebensstil und Gesundheitsvorsorge derart außergewöhnlich exponiert wieder findet, sollten sie als Präsident der ÖÄK und wie ich persönlich meine: im Interesse der Gesellschaft (sic!)  tunlichst vermeiden eine Schelte im Interesse derjeniger zu artikulieren, die zuallererst an der Destabilisierung der öffentlichen Gesundheitsversorgung und deren Privatisierung bis ins letzte Glied interessiert sind, eine kapitalkräftige Minderheit in der Gesellschaft darstellen und laufend mit der Diskreditierung des Begriffes der Solidarität beschäftigt sind. Mit derartigen Äußerungen machen sie sich zum Erfüllungsgehilfen dieser selbsternannten Totengräber unserer Solidargesellschaft.

Es steht ihnen als Vertreter der österreichischen Ärzteschaft keinesfalls zu, Faktoren wie Bildung, sozialer und kultureller Hintergrund oder gar Gruppenzwang hauptsächlich dafür verantwortlich zu machen, für welchen Lebensstil sich eine Ärztin entscheidet; hier fordere ich sie persönlich kompromisslos auf öffentlich, mit Nachdruck und anhaltend der ganzen Wahrheit die Ehre zu geben und darüber zu sprechen, welchen Arbeitsbedingungen und welchem zunehmendem Leistungsdruck nicht nur die österreichischen Ärztinnen, sondern auch der Großteil der österreichischen Arbeiter und Selbstständigen ausgesetzt werden.

Sie sprachen darüber, dass die Gesellschaft und „hier speziell die soziale Krankenversicherung gefordert sei, die mit einer Erkrankung schicksalhaft verbundene Härten abzufedern.“

Dazu stelle ich Folgendes fest: Die soziale Krankenversicherung ist kein Deus ex machina, so wie die österreichischen Ärztinnen keine Götter in Weiss sind, die irgendwelche Härten abzufedern haben und mit dem moralischen Zeigefinger all jenen mit riskanten Lebenstilentwürfen zu drohen haben.

Wir ÄrztInnen haben nach bestem Wissen und Gewissen den Betreuungsauftrag der Patienten zu erfüllen und im sozialmedizinischen Bereich dafür Sorge zu tragen, dass die Ursachen, die unsere Mitmenschen krank machen, erforscht und benannt werden und diesen sinnvoll vorgebeugt wird. Es ist unsere Pflicht, für die unbeschränkte Teilhabe aller Bürgerinnen an den Errungenschaften der medizinischen Forschung zu streiten.

Die sozialen Kassen – finanziert im Umlageverfahren – federn nichts ab, sie haben den Versicherten und deren ärztlichen Beratern und Therapeuten die erforderlichen Mittel für ihr Handeln in die Hand zu geben.

Die soziale Krankenversicherung in Österreich – und das wissen Sie – leidet nicht an einer Kostenexplosion oder an einer verschwenderischen Freigiebigkeit an suspekte Individuen mit riskanten Lebensentwürfen, die Finanzierungsnöte der sozialen Krankenversicherungen sind, wie eindeutig zu belegen ist, einer Einnahmenserosion geschuldet.

Nur die Taschen des Arbeiters sind gläsern!! Die Abgabenschulden der Privatwirtschaft an die sozialen Kassen sind legendär.  Die Forderung der ÖÄK für die Einführung der Wertschöpfungsabgabe ist ein mittlerweile verstaubtes Lippenbekenntnis in den Archiven der Weihburggasse.

Solidarität ist keine Einbahn  sondern eine gesellschaftliche Herausforderung!!

Dr. Gabriel Rudolf

Mitglied der österr. Ärztekammer

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Krankenkassen im Finanzplus

jo: Krankenkassen im Finanzplus. Der Standard, 16. 2. 2011, 6.

IHS -Experte warnt vor voreiliger Jubelstimmung Weiterlesen

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