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Pflegeheim muss Betten abbauen

Schlager, Gerlinde: Pflegeheim muss Betten abbauen
Kronenzeitung, 25. 2. 2013, 19

Das Haus „Elisabeth“ der Caritas sieht sich verstärkter Konkurrenz ausgesetzt: Weiterlesen

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Warum Gleichheit gesünder macht

Beim 1. Treffen von „Solidarisch G’sund“ in Wien gab es einen Input von Andreas Exner zu Gleichheit und Gesundheit. Hier stehen die Folien der Präsentation zum Download bereit. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung.

Die üblichen Bilder von Gesundheit suggerieren, dass wir unsere Gesundheit in der Hand haben.

Das ist allerdings falsch. Tatsächlich ist die Gesundheit vor allem der Effekt sozialer Verhältnisse. Die Abhängigkeit der Lebenserwartung vom Einkommensniveau etwa in England und Wales zeigt das schlagend.

Dass Armut Menschen krank macht, ist bekannt. Wenig bekannt ist allerdings, dass dafür nicht der materielle Lebensstandard den Ausschlag gibt. Das absolute Einkommensniveau einer Gesellschaft (oder einer sozialen Schichte) ist für die Gesundheit gleichgültig.

Krank macht lediglich die Ungleichheit. Das zeigt sich etwa schlagend am Beispiel der Fettleibigkeit. Je ungleicher die Einkommen in einer Gesellschaft sind, desto höher der Prozentsatz der fettleibigen Menschen.Das gilt auch für sehr viele andere Indikatoren des Gesundheitszustands der Menschen und ihres Wohlbefindens. Fasst man diese Indikatoren in einem Index zusammen, zeigt sich deutlich, dass nicht das absolute Einkommensniveau, sondern nur die Gleichheit der Einkommen für ein gutes Leben entscheidend ist. Mehr als 200 experimentelle Studien haben gezeigt, dass der Stressfaktor Nr. 1 die Angst vor Statusverlust ist. Je ungleicher die soziale Lage der Menschen einer Gesellschaft, desto höher das Stressniveau – vor allem bei den Armen, aber auch bei den Reichen. Dauerstress verkürzt die Lebenserwartung, beschädigt das Vertrauen in die Gesellschaft und beeinflusst die Gesundheit negativ.

Zugleich hängen Wohlstand und Gesundheit keineswegs von hohen CO2-Emissionen ab. Diese müssen sogar deutlich sinken, um weiteren Klimawandel zu verhindern. Momentan erreicht jedoch allein Kuba (roter Punkt in der Abbildung unten) einen hohen Lebensstandard (alle Länder links der blauen, vertikalen Linie) mit geringem ökologischem Fußabdruck (alle Länder unterhalb der orangen, horizontalen Linie), wie eine Studie des WWF ergibt.

Was folgt daraus?

1. Gleichheit ist die lang gesuchte „Wunderwaffe“, die „magic bullet“: Erhöhen wir die Statusgleichheit, lösen wir viele Probleme auf einmal

2. Mehr Gleichheit tut auch den Reicheren gut. Zwar nützt eine ausgeglichenere Einkommensverteilung vor allem den Ärmeren, jedoch steigen auch Wohlbefinden und Lebenserwartung der Reicheren mit zunehmender Einkommensgleichheit

3. Wir müssen die kapitalistische Wirtschaft schrumpfen – und das geht ohne Einbußen bei Wohlbefinden und Gesundheit

4. Gleichheit beginnt am Arbeitsplatz. Die Gleichheit der Einkommen steigt, wenn wir die Wirtschaft in eine Solidarische Ökonomie transformieren. In Solidarischen Ökonomien sind alle Arbeitenden gleich. Alle Tätigen bestimmen gleichermaßen über das Unternehmen mit. Beispiele dafür sind der Genossenschaftskomplex Mondragon, die genossenschaftliche Regionalökonomie in der Emilia Romagna oder der Solidarökonomiesektor in Brasilien.

5. Da immer mehr Güter fast kostenlos reproduziert werden können, ist eine Demonetarisierung angesagt. Gleicher Zugang unabhängig vom Einkommen vor allem im Bereich von Informations- und Kulturgütern und im Internet ist notwendig.

Gleichheit macht gesund und glücklich

Mehr Infos auf der Website des Equality Trust. „Solidarisch G’sund“ ist eine lokale Gruppe des Equality Trust.

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Gleichheit macht gesund und „schlank“

Am 15.November fand an der Pädagogischen Hochschule in Klagenfurt das Seminar „Gesundheit für Alle“ statt. Nach einem Input von Martin Rümmele zur Struktur des österreichischen Gesundheitswesens hielt Andreas Exner einen Vortrag, die Folien „Gesundheit für Alle“ stehen hier zum Download bereit.

Viele glauben, dass individuelle Gesundheitsvorsorge sie vor übermäßiger Krankheit, unnötigem Unglück und zu frühem Tod schützt. Das ist unrichtig, wie Studien der Epidemiologen Richard Wilkinson, Kate Pickett und vieler anderer belegen. Es ist vielmehr die Einkommensungleichheit (als Ankerpunkt vielfältiger sozialer Ungleichheiten), die in reichen Ländern Erkrankungen drastisch ansteigen lässt, soziale Probleme erzeugt und die Lebenserwartung deutlich vermindert. Im Vergleich reicher Ländern spielt der durchschnittliche „Volkswohlstand“ für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen dagegen keine Rolle.

Die sieben Kernaussagen sind:

1. Einkommensungleichheit ist der wesentliche Faktor für Erkrankungen und soziale Missstände im Vergleich reicher Gesellschaften

2. Die Erhöhung von Einkommensgleichheit löst viele Probleme auf einmal

3. Mehr Gleichheit verbessert auch die Gesundheit der Reicheren

4. Hohe Lebenserwartung und ein hoher Lebensstandard sind auch bei einer mehrfach kleineren Wirtschaftsleistung möglich

5. Der Konsumismus wird durch die Statuskonkurrenz in ungleichen Gesellschaften verursacht

6. Eine Schrumpfung der Wirtschaft ist ökologisch notwendig

7. Selbstverwaltete Betriebe (Solidarische Ökonomie) sind für die Erhöhung der sozialen Gleichheit und zur Schrumpfung der Wirtschaft notwendig

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Volkswirtschaftliche Vernunft als Barbarei. Nähert sich in der Systemkrise die herrschende Ideologie einem modernisierten Nazismus an?

Die ÖVP plant ihr intellektuelles Sommerevent: das Forum Alpbach. Damit dort nicht dieselben das Gleiche erzählen was sie immer tun, lädt man dort Leute aus der großen weiten Welt ein um zu diskutieren. Diesmal ist das Thema „Gerechtigkeit – Veranwortung für die Zukunft“. Doch kann die ÖVP über ihren Schatten scheinbar nicht springen. Umverteilung wird in ihrer verkehrten Welt als Almosen halluziniert. Heraus kommt ein Neonazismus light, der angesichts des kapitalistischen Umgangs mit Peak Oil ein Nazismus des 21. Jahrhunderts zu werden droht.

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