Schlagwort-Archive: Geburtshilfe

Geburtshilfe – quo vadis?

Das fragt man sich, wenn man einen Blick über die Grenze in unser Nachbarland wirft. Deutschlands freiberuflichen Hebammen wird das Leben schwer gemacht, viele von ihnen haben ihre Tätigkeit schon niedergelegt. Obwohl auch in Österreich die von den Krankenkassen gezahlten Honorare ein Hohn sind, haben österreichische Hebammen (noch) nicht mit horrenden Haftpflichtprämien zu kämpfen. In den vergangenen Monaten hatte sich in der BRD die Situation aber noch weiter zugespitzt, als nämlich der einzige Versicherer von Hebammenleistungen überhaupt das Aus für 2015 ankündigte. Daraufhin fanden in zahlreichen Städten Proteste und Demonstrationen statt. Weiterlesen

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Aktionen solidarisch g'sund

Menschenwürde ist kein Ehrenamt – Hebammen brauchen höhere Vergütungen #sicheregeburt

[via change.org]

hebammen petitionAn: Gesundheit- und Pflegegruppe der Koalitionsverhandlungen (Deutschland)

Geburt ist keine Krankheit“, empfahl die Weltgesundheitsorganisation 1985. Fast dreißig Jahre später in Deutschland: Geburten werden zunehmend nicht nur als Krankheiten, sondern als Notfälle behandelt. Kein Wunder. Hebammen verdienen durchschnittlich 8,50 Euro die Stunde – bei immer weiter steigenden Beiträgen zur Berufshaftpflichtversicherung. Abzüglich Kosten und Steuern bewegen sie sich damit fast schon im Bereich des Ehrenamtes. In der Folge geben viele Hebamme die Geburtshilfe auf. Wenn sich an der Vergütung für Hebammen in nächster Zukunft nichts ändert, werden Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt, im Wochenbett und in der Stillzeit nicht mehr von Hebammen begleitet. Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Aktionen solidarisch g'sund

Gesundheit für Alle! – zum Nachhören im Radio

Cover: Gesundheit für alle!

Die erste Präsentation des „Solidarisch G’sund“-Buches „Gesundheit für Alle!“ in Graz war ein schöner Erfolg, mit spannenden Debatten. Andreas Exner zeigte die entscheidende Bedeutung sozialer Gleichheit für die Gesundheit auf. Ursula Walch widmete sich einer kritischen Betrachtung der interventionistischen Geburtshilfe und ihrer Folgen. Werner Rätz hinterfragte Gesundheitsmythen und die Idee von Gesundheit als Ware.

Die außergewöhnliche Medienresonanz (Infoscreen Graz, Radio Steiermark) schlug sich nicht in der Zahl der Besucher_innen nieder. Etwa 40 Menschen nahmen an der Präsentation teil, rund 25 am Workshop mit Werner Rätz Tags darauf. Erstaunlich, wenn man mit der zentralen Bedeutung von Gesundheit in Medien und Alltagsgesprächen vergleicht. Offenbar macht die Politisierung von Gesundheitsthemen Angst. Die vermeintliche Macht über das eigene Wohlbefinden, die höchst illusorisch ist, wird ungern gegen ein realistisches Bild sozialer Faktoren für Lebenserwartung und Gesundheit eingetauscht. Individuelle Wellness zieht immer noch mehr als kollektiver Widerstand.

Zum Nachhören unserer Inputs und der Debatte dazu gibt es nun Folgendes:

Mitschnitt der Buchpräsentation bei „in Graz verstrickt“ am Di., 24.9. von 17-18 Uhr und Do., 26.9. von 6-7 Uhr auf Radio Helsinki 92,6 MHz in Graz, sonst als livestream über die website: http://helsinki.at/programm/30877

Interview mit Werner Rätz für radio%attac, 23.9.2013: http://www.radioattac.at/

Wussten Sie, dass es heute mehr Gesundheitsmythen als je zuvor gibt? Und dass diese mit der neoliberalen Politik zu tun haben? Das Streben nach Effizienz im Gesundheitswesen hat weite Kreise gezogen und trifft inzwischen mit seinen Ergebnissen den Nerv der Bevölkerung, sei es als Patienten oder als Beschäftigte. Werner Rätz von attac Deutschland ist Mitherausgeber des Buches „Gesundheit für alle“. Er gibt Einblick in die Privatisierungspolitik und Ausblick auf Gestaltungsmöglichkeiten. Das Interview führte unsere Kollegin Karin Schuster in Graz.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Aktionen solidarisch g'sund

ÖGB Buch der Woche: „Gesundheit für Alle!“

Cover: Gesundheit für alle!

Das von „Solidarisch G’sund“ herausgegebene Buch „Gesundheit für Alle!“, das vor wenigen Monaten im Mandelbaum-Verlag erschienen ist, wurde vom ÖGB zum „Buch der Woche“ gekürt.

Aus dem Klappentext:

Nach drei Jahrzehnten neoliberaler Verwüstungen ist das Gesundheitswesen nun auch von der Schuldenkrise des Kapitalismus bedroht. Die bereits extreme soziale Ungleichheit nimmt noch weiter zu. Dabei zeigt die Forschung, dass der allgemeine Gesundheitszustand einer Gesellschaft vor allem von sozialer Gleichheit abhängt. Das Buch erklärt wissenschaftliche Erkenntnisse dazu und zieht politische Schlussfolgerungen – gegen die Mythen in der Gesundheitsdebatte. Die Dominanz der Pharmakonzerne, die aus Gesundheit eine Ware machen, wird kritisch beleuchtet, ebenso wie die Problematik der interventionistischen Geburtshilfe und die neoliberale Veränderung der Psychiatrie.
Das Buch stellt die Grundlinien des Gesundheitswesens in Deutschland und Österreich dar und beschreibt die Folgen der Privatisierung und Kommerzialisierung. Zugleich geht es darum, wie sich Menschen dagegen wehren: von Streiks in Deutschland bis zu Krankenhausbesetzungen in Griechenland.
»Gesundheit für Alle« plädiert für eine solidarische Ökonomie mit umfassenden Versicherungsleistungen und schlägt Strategien vor, die auf der Erfahrung von sozialen Kämpfen basieren: von der Etablierung der Sozialversicherungen bis zu Beispielen solidarischer Ökonomien und Gesundheitsbewegungen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Aktionen solidarisch g'sund