Geburtshilfe – quo vadis?

Das fragt man sich, wenn man einen Blick über die Grenze in unser Nachbarland wirft. Deutschlands freiberuflichen Hebammen wird das Leben schwer gemacht, viele von ihnen haben ihre Tätigkeit schon niedergelegt. Obwohl auch in Österreich die von den Krankenkassen gezahlten Honorare ein Hohn sind, haben österreichische Hebammen (noch) nicht mit horrenden Haftpflichtprämien zu kämpfen. In den vergangenen Monaten hatte sich in der BRD die Situation aber noch weiter zugespitzt, als nämlich der einzige Versicherer von Hebammenleistungen überhaupt das Aus für 2015 ankündigte. Daraufhin fanden in zahlreichen Städten Proteste und Demonstrationen statt.

Nun geht es erst einmal weiter für die Hebammen – und damit auch für alle Geburtshäuser und die vielen ländliche Kliniken, die mit freien Hebammen arbeiten. Der Preis allerdings ist hoch: Die Prämien sollen nach Informationen  des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) noch einmal um 20 Prozent steigen und würden dann statt derzeit 4242 mehr als 6000 Euro pro Jahr betragen – viel mehr als viele Hebammen zahlen könnten, klagt DHV-Präsidentin Martina Klenk. Statt einem schnellen Tod der Geburtshilfe käme nun ein „Sterben auf Raten“. 2004 kostete die Versicherung für die etwa 3500 Hebammen, die freiberuflich Geburten betreuen, noch 1352 Euro.

Bei der Haftung geht es vor allem um Fehler, die während der Geburt geschehen. Die Zahl der so genannten Schadensfälle wird zwar immer kleiner, die verhandelten Summen aber immer höher. Dabei kann es pro Fall schon einmal um sechs bis sieben Millionen Euro gehen, was für die Versicherer ein großes Risiko darstellt.

Also bis 2016 ist eine Versicherung möglich, aber die Höhe ist einfach ein Skandal! Zum Vergleich in Österreich: die Gruppe mit der teuersten Haftpflichtprämie sind die Gynäkologen mit 1400€. Das sind gerade die Ärzte, die bei einer Geburt im Sanatorium als Belegärzte die Verantwortung tragen, denen also  die freiberuflichen BelegHebammen  weisungsgebunden sind – welche Ironie !!!

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