„Pro Mente“: Wogen gehen weiter hoch

Rausch, Wolfgang: „Pro Mente“: Wogen gehen weiter hoch
Kleine Zeitung, 20. 12. 2012, 20

Über Mehrheit für amtierenden ObmannThomas Platz schwebt Fragezeichen. Gegner zweifeln Wahlrecht etlicher Mitglieder an.

WOLFGANG RAUSCH

Das Gesundheitsunternehmen „Pro Mente“, der Stützpfeiler schlechthin im psychosozialen Bereich in Kärnten, hat nach der dienstägigen Generalversammlung mit Neuwahl noch ein paar Baustellen mehr als zuvor: ein nicht entlasteter alter Vorstand, weitere Anzeigen gegen Obmann Platz und einen Wirbel im Sog des hemmungslosen „Keilens“ von neuen Mitgliedern, der in der Anfechtung der Neuwahl gipfelte.

Wie berichtet hatten die Sorgen der Liste um Thomas Platz vor einer „Palastrevolution mit parteipolitischem Hintergrund“ (O-Ton Platz) einen Wettlauf mit der Gegenliste des Arbeitsprojektleiters Richard Dabernig entfacht, der den Verein innerhalb eines Monats von 215 auf über 1700 Mitglieder aufblies. Ob dabei alles mit rechten Dingen zugegangen ist, muss sich zeigen. Richard Dabernig behauptet, dass unter angeworbenen Betroffenen keineswegs alle die für das Wahlrecht notwendige „Eigenberechtigung“ gehabt haben dürften. Laut Dabernig soll sich sogar ein Mitglied einer forensischen Wohngemeinschaft auf der Mitgliederliste befunden haben. Platz spricht von „ungeheuerlichen Vorwürfen und einem Verstoß gegen den Datenschutz“, kann andererseits einen Fehler aber nicht ganz ausschließen. Er betonte die Wichtigkeit des Wahlrechts von Betroffenen.

Statutenänderung

Üppig wurde vom statutarischen Recht auf Stimmübertragung Gebrauch gemacht – zwei Damen aus der Platz-Riege verwalteten allein 559 Stimmen. Eine auf Antrag von Platz beschlossene Statutenänderung schiebt dem künftig einen Riegel vor. Nur noch Mitarbeiter der Gemeinnützigen Pro Mente GmbH, die auch Mitglieder im Verein „Pro Mente“ sind, dürfen nunmehr abstimmen.

Keine Entlastung gab es für den alten Vorstand. Der Grund: Der Generalversammlung wurden detaillierte Zahlenaufstellungen über die Jahresabschlüsse 2010 und 2011 vorenthalten. „Das hätte den Rahmen der Versammlung gesprengt“, argumentiert Platz, außerdem wäre das auch nicht üblich. Für Richard Dabernig ist diese Vorgangsweise völlig unakzeptabel.

Dabernig kündigte gestern nach der von ihm eingebrachten Anzeige gegen Platz wegen Verdachts der Untreue beziehungsweise Abgabenhinterziehung eine Ausweitung der Vorwürfe und die Einschaltung der Korruptionsstaatsanwaltschaft an. Platz sieht den Anzeigen gelassen entgegen.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s