Finanzpolizei geht gegen Kabeg vor

Rausch, Wolfgang: Finanzpolizei geht gegen Kabeg vor
Kleine Zeitung, 16. 11. 2012, 22f

Razzia in der Kabeg-Zentrale sorgte für großes Aufsehen. Vertrag mit dem „Wohlfühlmanager“ birgt Probleme für die Kabeg-Chefin.

WOLFGANG RAUSCH und THOMAS CIK

Die Meldung von ungebetenen Besuchern im Kabeg-Hauptquartier verbreitete sich gestern Vormittag in Windeseile, wobei Kundige die Fahnder der Finanzpolizei längst erwartet haben. Der Bericht über den Vertrag mit „Wohlfühlmanager“ Gunnar Melde – die Kleinen Zeitung berichtete in der Mittwochausgabe – ließ die Ermittler schließlich einschreiten. „Wenn wir so etwas in Medien lesen, werden wir natürlich aktiv“, sagt der Chef der Finanzpolizei, Rigobert Rainer. Er bestätigte nicht nur die Nachschau vor Ort, sondern auch dass ein Verfahren gegen die Kabeg selbst eingeleitet wurde.

Auch wenn sich Rainer verschlossen gibt, lassen sich aus der Ankündigung des Verfahrens Rückschlüsse ziehen. Die Finanzpolizei konnte der Kabeg offenbar nachweisen, dass Gunnar Melde keineswegs ein „freier Dienstnehmer“ war, sondern wie jeder andere normale Dienstnehmer auch zu behandeln wäre. Inklusive Dienstgeberabgaben wie jene für die Sozialversicherung. Mithin also eine klassische „Scheinselbstständigkeit“. Möglich wurde diese Konstellation nur, weil Kabeg-Vorstand Ines Manegold Melde – ein gelernter Küchenleiter und Tanzlehrer aus Deutschland – als „freien Dienstnehmer“ beschäftigte.

Weisungsfrei

Obwohl angeblich nur Freiberufler, stand Gunnar Melde die gesamte Kabeg-Infrastruktur zur Verfügung und er firmiert sogar als Vertreter des Leiters der Stabsstelle Ökologie. Bei der Erbringung der Leistungen kann er jedoch weisungsfrei und ohne Bindung an einen bestimmten

Ort oder eine bestimmte Arbeitszeit agieren. Eine öffentliche Stellenausschreibung samt anschließender Objektivierung, die bei solchen Positionen notwendig gewesen wäre, gab es nicht -stattdessen bekam Mende einen „freien Dienstvertrag“.

Kabeg-Vorstand Manegold wollte zur Causa Melde keinen Kommentar abgeben. Vom Einsatz der Finanzpolizei in ihrer Abwesenheit sei ihr berichtet worden, wobei sie von einem „Missverständnis“ ausgehe, das man aufklären könne.

Die Kabeg muss nun ein Strafverfahren vor dem Magistrat und entsprechende Nachzahlungen fürchten.

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