Erfolgsprämien

Rausch, Wolfgang: Erfolgsprämien
Kleine Zeitung, 6. 6. 2012, 15

WOLFGANG RAUSCH

Die Verweigerung einer Erfolgsprämie für Kabeg-Chefin Ines Manegold durch das Aufsichtsorgan Expertenkommission hat gestern leidenschaftliche Diskussionen provoziert. Über die Arbeit der Spitalsmanagerin wie über die grundsätzliche Problematik solcher Boni, die sich an ihrem Beispiel geradezu prototypisch zeigt.

Manegold habe die Kriterien nicht erfüllt, war als Begründung für das Nein zur Prämie zu erfahren. Das ist eine sehr höfliche Zensur, ruft man sich ihr Wirken im Jahr 2011 in Erinnerung. Koste es was es wolle, wurden bewährte aber politisch missliebige Führungskräfte aus dem Spitälerverbund gedrängt, was in der Tagesarbeit Spuren hinterließ und das Image der LKH beschädigte. Und Unsummen flossen auch in hinterfragenswürdige Berateraufträge.

Sparen, um die kaufmännische Bilanz aufzuschminken, ließ Manegold andere: alle Kärntner (weil notwendige Investitionen in den Häusern aufgeschoben wurden) und zuvorderst das Personal, dem eisernes Sparen abverlangt wird. Sogar das Kaffeekochen auf den Stationen und das Aufladen von Handys wollte ein übereifriger Bereichsleiter verbieten. Nur folgerichtig, dass im Meinungsforum von Kleine Zeitung-Online angeregt wurde: wenn schon Prämien, dann für das Personal.

Das ist unrealistisch. Zumindest in der Grundproblematik weist dieses Beispiel aber in die richtige Richtung: Sparen auf dem Rücken anderer, darf nicht mit Prämien belohnt werden.

Sie erreichen den Autor unter

aufwecker@kleinezeitung.at

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