„Weniger Manager, mehrÄrzte und Pflegekräfte“

Rausch, Wolfgang: „Weniger Manager, mehrÄrzte und Pflegekräfte“
Kleine Zeitung, 5. 1. 2012, 24f

„Weniger Manager, mehr Ärzte und Pflegekräfte“

Peter Kaiser sieht Kärntner Gesundheitswesen in Krise wie noch nie. Er zeigt Auswege auf und verweist auf konfliktfreie Phase nach Mandl.

WOLFGANG RAUSCH

Eineinviertel Jahre nach Inkrafttreten des umstrittenen Kabeg-Gesetzes spricht Gesundheitsreferent Landeshauptmannstellvertreter Peter Kaiser (SPÖ) von der „tiefsten Krise, in der das Kärntner Spitals- und Gesundheitswesen je steckte“. Tatsächlich ist der Frust über das Wirken von FPK und ÖVP sowie des Kabeg-Managements unter Ines Manegold bei LKH-Patienten wie Mitarbeitern gleichermaßen groß, weil der Spardruck überall spürbar ist. In handfesten Zahlen: „Wir brauchen im Kabeg-Bereich sofort 20 Ärzte und 50 Pfleger mehr“, fordert Peter Kaiser und verweist auf den Bundesländervergleich: Da ist Kärnten bei der Zahl von Ärzten pro 100 Betten Schlusslicht, bei jener der Pflegekräfte Vorletzter! Kaiser: „Wir müssen Personal im Managementbereich reduzieren und jenes rund um den Patienten aufstocken.“ Die Unterbesetzungen seien klar Folge des Sparkurses, was sich auch bereits in der Arbeitslosenstatistik nachweisen lasse: „Entgegen aller Trends wächst in Kärnten die Zahl von Arbeitslosen aus dem Gesundheitsbereich.“

Die Personaloffensive ist eine Kernforderung in einem Maßnahmenkatalog, mit dem Kaiser das Spitals- und Gesundheitswesen aus der Krise führen will. Weitere Punkte:

– Rückführung der Kompetenzen zum Krankenanstalten-und Gesundheitsreferenten mit Reaktivierung des Kabeg-Aufsichtsrates. Dort sollten laut Kaiser aber mit dem Spitals-, Finanz- und Sozialreferenten aber nur noch drei Politiker und dafür mehr Experten sitzen.

– Vorrang für die Gesundheit gegenüber den Finanzen. Das müsse sich auch darin spiegeln, dass der Vorsitz in der wichtigen Gesundheitsplattform vom Finanz- zum Gesundheitsreferenten zurückwandert.

– Wiedereinführung der kollegialen Führung in den LKH, jedoch unter der Auflage sinnvoller Zentralisierungen.

– Ein Pilotprojekt zur Finanzierung des spitalsambulanten Bereichs aus einer Hand, durch die Sozialversicherer. Kaiser ortet ein Einsparungspotenzial von bis zu 20 Millionen Euro für Versicherer, Land und Gemeinden.

„Das Kärntner Gesundheitswesen ist zu retten“, appelliert Kaiser, „nach dem Wirbel um Dieter Mandl wurde schon einmal erreicht, was niemand für möglich hielt.“

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