„Herz-Schwerpunkt weiter ausbauen“

NN: „Herz-Schwerpunkt weiter ausbauen“
Kleine Zeitung, 21. 12. 2011, 20f

INTERVIEW

Georg Lajtai, ärztlicher Leiter der Privatklinik Maria Hilf in Klagenfurt

Vor einem Jahr wurde die Humanomed Privatklinik Maria Hilf eröffnet, 32 Millionen Euro wurden investiert. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

GEORG LAJTAI: Es war aus organisatorischer Sicht ein extrem anspruchsvolles Jahr, das ich so nicht mehr erleben möchte. Aber wir und die Patienten sind sehr zufrieden – wir haben die Übersiedelung aus Althofen gut über die Bühne gebracht und 100 neue Mitarbeiter in das Team integriert.

Wie viele Patienten wurden in den vergangenen zwölf Monaten in Maria Hilf betreut?

LAJTAI: Wir haben über 3000 operative Eingriffe durchgeführt und hatten bis jetzt um die 4500 Patienten bei uns. Was mich besonders freut: Vor 15 Jahren sind Sportler noch nach Salzburg oder Tirol gefahren, um sich behandeln zu lassen. Jetzt kommen sie zu uns.

Was sind die Pläne für die nahe Zukunft?

LAJTAI: Durch das Investment von Herrn Glock können wir unseren Herz-Schwerpunkt mit hoch qualifizierten Kardiologen weiter ausbauen. Schon jetzt bieten wir die Möglichkeit einer ambulanten Herz-Kreislauf-Rehabilitation.

Das Ringen um Glocks Vermögen

Gaston Glock will einen großen Teil seines Lebenswerkes in moderne Medizinforschung stecken. Die Familie liegt mit ihm im Streit um Geld.

Gibt es Wundermittel gegen Krebs, die der ganzen Menschheit helfen können? Seit Langem, so weiß man aus seinem engsten persönlichen Umfeld in Kärnten, beschäftigt diese Frage Gaston Glock. Seine langjährigen Aktivitäten dazu reichen dem Vernehmen nach bis tief nach Zentralasien. Der 82-Jährige, der mit seinen Pistolen ein Milliarden-Vermögen verdiente, will an seinem Lebensabend nicht nur einen beträchtlichen Teil des Glock-Vermögens in die Gesundheitsforschung stecken, sondern damit auch das Geschäftsspektrum seines Firmen-Imperiums deutlich erweitern. Die Glock Health GmbH besteht bereits als operative Basis dafür.

„Familie versorgt“

Die Schlagzeilen um den Multi-milliardär sind indes derzeit ganz anderer Natur. Seine Familie liegt mit ihm im Streit um Geld. Um viel Geld. Zwischen Glock und seiner früheren Ehefrau Helga liegt nach der Scheidung ein bezirksgerichtliches Aufteilungsverfahren an, von welchem finanzielle und juristische Details brühwarm in Boulevardmedien ausgebreitet werden.

Die Tochter Gaston Glocks und seine beiden Söhne sind aus dem Waffenfirmenimperium ausgeschieden. Den Berichten zufolge haben sie so wie die Ex-Gattin einen Erbverzicht unterschrieben -jeweils gegen hohe Beträge in zweistelliger Millionenhöhe. In Summe geistern Beträge von rund 100 Millionen Euro für ExFrau und Kinder durch die Medien. „Meine Familie“, stellte Glock dazu in „News“ trocken klar, „ist versorgt. Nun wende ich mich Neuem zu“. Wie eben der Gesundheitsforschung.

Stiftungen und ihr Zweck

Der Schlüssel im öffentlich entbrannten Konflikt liegt bei den zahlreichen Stiftungen Glocks. Bereits im September berichtete die Kleine Zeitung, dass neben der Glock Privatstiftung und der Va-lue Privatstiftung neu die IGVG Privatstiftung und die IGG Privatstiftung gegründet wurden. „Aus steuerrechtlichen Gründen“, wie Glocks Rechtsanwalt Wilhelm Gößeringer erläuterte. Im Familienstreit geht es um Stiftungszwecke. Die Erträgnisse sollen nämlich nun nach dem Willen des Stifters Glock in erster Linie für Wissenschaft und Forschung sowie für soziale Projekte verwendet werden.

Vom Familienstreit, der auch vor dem Hintergrund von Glocks diesjähriger Vermählung mit der um Vieles jüngeren Ehefrau Kathrin (30) geführt wird, erwartet Glock, dass höchstens die Anwälte profitieren. Von beiden Seiten wird argumentiert, es ginge um den Erhalt des Lebenswerkes. Gaston Glock sieht es „für künftige Generationen durch die Stiftungen gesichert“.

HINTERGRUND

Glock nicht krank in Klinik

Milliardär finanziert Herz-Zentrum in Privatklinik Maria Hilf.

Jahrzehntelang war im Glockimperium Diskretion das oberste Credo. Jetzt wird die Familienfehde öffentlich ausgetragen. Zugleich wird auch das soziale Engagement von Gaston Glock betont publik gemacht.

Der 82-jährige Waffenmilliardär sei in die Klagenfurter Privatklinik Maria Hilf eingeliefert worden, hieß es Dienstag in einem Zeitungsbericht. Der ärztliche Leiter Georg Lajtai dementiert das: „Herr Glock ist nicht als Patient, sondern als Gast in unserem Haus, weil er Maria Hilf eine größere Investition ermöglicht und die Klinik kennenlernen will.“ Und wie ist der Gesundheitszustand von Glock, der im Oktober 2008 einen Schlaganfall erlitt? „Wäre er wirklich krank, würde er sich nicht im vierten Stock unseres Hauses befinden“, so Lajtai.

In Maria Hilf entsteht bis März 2012 das seit Längerem geplante „Gaston Glock Zentrum für Invasive Kardiologie und Elektrophysiologie“, spezialisiert auf die Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Laut Lajtai übernimmt Glock die Investitionskosten von mehreren hunderttausend Euro. Die in Kärnten einzigartige elektrophysiologische Untersuchung soll auch Patienten ohne private Krankenversicherung zur Verfügung stehen. Ihre Untersuchungskosten übernehme ebenfalls Glock. Zu dem Vorhaben findet heute eine Vorstandssitzung der Glock-Stiftung in Maria Hilf statt.

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