Nur FPK glaubt Manegold noch

Benedikt, Robert: Nur FPK glaubt Manegold noch
Kleine Zeitung, 29. 11. 2011, 16

Für SPÖ ist Kabeg-Chefin rücktrittsreif, weil in der LKH-Spitzelaffäre alle Fakten gegen sie sprechen. Die ÖVP schweigt.

ROBERT BENEDIKT, WOLFGANG RAUSCH

Die Bespitzelungsaffäre rund um Kabeg-Vorstand Ines Manegold beschäftigte gestern die Parteigremien von FPK und SPÖ. Die Blauen haben – wenig überraschend – die Spitalsmanagerin verteidigt, die Roten halten ihre Ablöse für unausweichlich. Wie berichtet, geht aus einem schriftlichen Protokoll hervor, dass die Bespitzelung einer Ärzteversammlung im Klinikum Klagenfurt im Oktober 2010 ein Auftrag von Manegold höchstpersönlich gewesen sein soll. Gegenüber der Expertenkommission habe sie jedoch betont, nichts damit zu tun zu haben, so Gesundheitsreferent Peter Kaiser (SPÖ), der daraus den Vorwurf ableitet, die Kabeg-Vorständin habe gelogen und sei deshalb rücktrittsreif. „Alle Fakten sprechen gegen Manegold.“ Kaiser erwartet eine Sondersitzung der Kabeg-Expertenkommission, „weil es nicht nur um die Reputation des Landes, sondern auch der Kabeg und der mehr als 4000 Mitarbeiter geht.“ Kaiser will aber auch die Rolle von Kabeg-Aufsichtsratschef Kurt Scheuch in dieser Causa näher beleuchtet wissen.

Während Landeshauptmann Gerhard Dörfler gestern Manegold den Rücken stärkte und von einer „Jagd auf die Managerfrau“ sprach, gab sich Scheuchs Bruder, FPK-Parteiobmann Uwe Scheuch, gestern vorsichtiger. Man werde alle Fakten auf den Tisch legen und dann die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Er sitze selbst im Aufsichtsrat, wo man die Sache ebenfalls beurteilen werde.

Der FPK-Koalitionspartner ÖVP schweigt bislang zur Affäre.

LKH-Betriebsratsobmann Arnold Auer drängt auf eine Aufklärung des Falles. Er sieht Albert Kreiner, den Obmann des Expertenrates, im Zugzwang: „Sollte er untätig bleiben, werden wir für eine Sondersitzung sorgen.“

Kreiner sagt, dass seine Erhebungen noch nicht abgeschlossen seien, erst danach werde er den Betriebsrat über seine Entscheidung informieren. Ex-LKH-Betriebsdirektor Herwig Wetzlinger (einer der beiden Protokollanten) habe ihm seinerzeit versichert, dass das Papier nichts Belastendes gegen Ines Manegold enthalte. Wetzlinger dementiert dies und sagt, dass er angeboten habe, dass die Kabeg das bei seinem Anwalt hinterlegte Papier einsehen dürfe. Weil man sich davon nichts erwartete, machte man – so Kreiner – davon keinen Gebrauch.

Unterdessen kursieren Gerüchte über weitere Protokolle.

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