Die umstrittenen Kaffeemaschinen

Kimeswenger, Fritz: Die umstrittenen Kaffeemaschinen
Kronenzeitung, 28. 11. 2011, 10

Blitzgneißer im Villacher Stadtsenat

Vorsicht, Loyalität kann Job kosten!Scharm

Ihre Sorgen möchten wir haben. So wirbt eine Versicherung. Der Spruch könnte auch fürs Klinikum Klagenfurt und die Kabeg gelten. Denn während der Laden hinten und vorne brennt (Spitzelaffare, Personalabbau…) gaben die Direktoren Roland Peters, Bernd Stöckl und Bernhard Rauter einen „Kaffeemaschinenerlass“ heraus.

Demnach sei die Verwendung von „sämtlichen privaten elektrischen Geräten (Kaffeemaschinen, Wasserkocher etc.) nicht gestattet.“ Und überdies sei auch das Anstecken von Handy-Ladegeräten an hauseigene Steckdosen verboten. Na, mehr hat das LKH-Stromspar-Trio aber wirklich nicht gebraucht!

Nur wenige Tage später und nach einer massiven Intervention von Betriebsratschef Arnold Auer kam der kleinlaute Rückzieher von Kabeg-Chefin Ines Manegold. Seither ist das Kaffeekochen in den Schwesternzimmern wieder gestattet und die privaten Handys dürfen auch wieder geladen werden.

Dabei wird die Luft für die in eine Spitzelaffäre verstrickte Manegold immer dünner. Am 5. Dezember gibt es die nächste Runde in einem heiklen Prozess: Die ehemalige Wetzlinger-Stellvertreterin Claudia Scharm-Groicher klagt gegen ihre Entlassung. Und die Kabeg-Chefin wird wohl im Zeugenstand auftauchen müssen.

Immerhin formuliert

Scharm-Groicher-Anwalt Norbert Moser unmissverständlich: „Ein weiteres verpöntes Kündigungsmotiv ist, dass meiner Mandantin die Loyalität zum vormaligen Verwaltungsdirektor Herwig Wetzlinger zum Vorwurf gemacht wird. Dies wurde beim Gespräch am 25. Mai 2011 von Frau Manegold unmissverständlich zum Ausdruck gebracht.“

Spannend wird’s auch in der Spitzelaffäre selbst. Wie lange bleiben Ex-Kabeg-Chef Dieter Errath, Primar Georg Pinter und Anwalt Robert Kugler in Deckung? Alle drei waren Teilnehmer jener Sitzung, in der sich Manegold – laut Protokoll -brüstete, „einen Informanten in die Betriebsversammlung der Arzte entsandt zu haben.“ Dass die politischen Manegold-Trabanten von ÖVP und FPK schweigen, überrascht weniger.

Villachs Politiker sind Blitzgneißer. Die einstündige Stadtsenatssitzung am Mittwoch weist 91 Punkte auf. Das macht pro Tagesordnungspunkt exakt 40 Sekunden. Bürgermeister Helmut Manzenreiter bleibt aber locker: „Vieles ist in Ausschüssen vorberaten.“

Allerdings kann „Manze“ wenig für diesen Rekord. Da sind so „sinnvolle“ Punkte drauf wie der Antrag der FPK, das Österreichische Bundesheer zu erhalten. Oder ein VP-Antrag gegen die Abschaffung der Wehrpflicht. Als ob das Villach irgendetwas anginge oder Villach da auch nur irgendetwas bewegen könnte! Aber Hauptsache, Papier wird beschrieben.

Fritz Kimeswenger

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