Das LKH Laas spart Öl und setzt auf Holz

NN: Das LKH Laas spart Öl und setzt auf Holz
Kärntner Tageszeitung, 16. 11. 2011, 16f

Kein Tag vergeht, an dem nicht über steigende Sprit- und Heizölpreise berichtet wird. Dass sich der Umstieg auf Biomasse auszahlt, beweist das LKH Laas. Dort werden jährlich 125.000 Liter teures Heizöl gespart.

2007 wurde eine Solaranlage am Dach des LKH Laas mit einer Kollektorfläche von 364 Quadratmetern errichtet. Die Kosten für das Projekt betrugen abzüglich Förderung und Ersparnissen aus der fälligen Dachsanierung 190.000 Euro. Die Solaranlage erspart dem Krankenhaus jährlich etwa 25.000 Liter Heizöl. Doch das ist nicht alles: Vor Kurzem ging eine Biomasseheizung in Betrieb, welche dem Haus zusätzlich 125.000 Liter Öl erspart. Holz wird dabei in einer Hackschnitzelanlage aufgearbeitet. „Das System funktioniert wie bei der Fernwärme“, erklärt Betriebsdirektor Gebhard Schmied. Ein Wärmeversorgungsvertrag, der an den Energieindex angepasst ist, wurde auf 15 Jahre abgeschlossen und versorgt das KABEG-Spital mit Ressourcen aus heimischen Wäldern. Die regionale Wertschöpfung und die geringen Preisschwankungen dieser Energieform sind ein zukunftsweisender Weg für die Region. „125.000 Liter plus 25.000 Liter machen zusammen 150.000 Liter Ölerspar-nis“, rechnet Schmied. Im LKH Laas wird eine Fläche von rund 10.000 Quadratmeter beheizt. Im Jahr 2006 wurden dafür noch 240.000 Liter Öl gebraucht, 2010 nur mehr 90.000 Liter. Das Öl wird vor allem zur Dampf erzeugung benötigt, der wiederum in der Wäscherei und in der Küche eingesetzt wird.

Noch mehr Energie sparen

Das KABEG-Haus hat aber noch weitere Ziele, um die Umwelt weiterhin nachhaltig zu schützen: „Ein Ziel ist es, die Sonnenkraft intensiver zu nutzen. Eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage wird noch heuer in Betrieb gehen“, berichtet der Betriebsdirektor über weitere Pläne. Das Modul hat eine Leistung von 10 Kilowatt peak (KWp) und verfügt über eine Fläche von 120 Quadratmeter. Auch in der Elektromobilität hat Laas die Nase vorn: „Strom aus der Zapfsäule“ gibt es im Krankenhaus seit April. Viele Mitarbeiter überlegen sich schon den Umstieg vom Auto auf e-Fahrräder.

Vorteilhafte Lage

Die geografisch ausgezeichnete Lage des Ortes Laas auf der Südseite des Gailtals gibt dem Haus die Möglichkeit, nachhaltig und effizient Energie zu sparen und sorgsam mit den begrenzten Ressourcen umzugehen. „Zum Wohle der Gesundheit unserer Patienten durch modernste Medizintechnik mit fachlich, hochqualifiziertem Personal, achten wir auch auf die Welt von morgen“, verspricht Betriebsdirektor Gebhard Schmied. Der Leitspruch des LKH Laas „Wo die Medizin dem Menschen dient und die Natur noch Stimme hat“ wird in dem kleinsten der fünf KABEG-Häuser täglich gelebt und hochgehalten.

KABEG erhält hohe Umweltauszeichnung

Aufgrund ihrer Leistungen im Umweltbereich wurde die KABEG als erster Krankenhausverbund Österreichs nach EMAS III zertifiziert. Mit speziellen Umweltprogrammen will die KABEG nun noch mehr Energie einsparen.

Aus Speiseresten werde Strom erzeugt, das Abfallsystem des Klinikums Klagenfurt am Wörthersee gilt als eines der besten im deutschsprachigen Raum, Dienstwege werden im e-Fahrzeug erledigt, der Strom dafür kommt aus Photovoltaikanlagen. Das westlichste Spital im Verbund der KABEG, das LKH Laas, ist auf dem besten Weg, ganz energieautark zu werden.

EMAS-III-zertifiziert

Für ihre Leistungen im Umweltbereich wurde die KABEG nun als erster Krankenanstaltenverbund in Österreich nach EMAS III zertifiziert. „EMAS ist ein Umweltmanagementsystem in Europa mit den strengsten Gütekriterien“, erklärt Albin Knauder, Leiter der Stabsstelle Ökologie. Die LKH in Villach und Wolfsberg haben die EMAS-Auszeichnung schon 2010 erhalten. Nun haben auch das Klinikum Klagenfurt am Wörthersee sowie die Gailtal-Klinik und das LKH Laas die Kriterien erfüllt.

CO2 reduzieren

Ausruhen wollen sich die Landesspitäler auf diesen Lorbeeren natürlich nicht. „2014 werden wir wieder überprüft“, sagt Knauder. Bis dahin wollen wir schon weitere „grüne“ Ziele realisieren. In den nächsten Jahren arbeitet die KABEG etwa daran, den Energieverbrauch und die C02-Emissionen zu senken. „Wir wollen bis 2020 den Ausstoß um über 20 Prozent reduzieren.“ Außerdem steht jedes Jahr unter einem anderen Umweltthema. „2011 stand die e-Mobilität im Fokus, im kommenden Jahr konzentriert sich die KABEG auf das grüne Büro und die ökologische Beschaffung“, sagte Albin Knauder. Dies beinhaltet unter anderem die Mitarbeiter darauf zu sensibilisieren, ihren Computer nach der Arbeit hinunterzufahren und auch den Bildschirm abzuschalten.

Clever Energie sparen

Neben dem verbundweiten Thema arbeitet auch jedes der fünf KABEG-Häuser mit seinem eigenen Umweltteam ein Umweltprogramm aus. So stellte man beispielsweise im Klinikum Klagenfurt am Wörthersee die Reinigungsmittel in der Wäscherei um und senkte die Waschwassertemperatur von 85 auf 64 Grad. „Dadurch ersparen wir uns 25 Prozent Energie, da das Wasser nicht so stark erhitzt wird“, berichtet Stabsstellenleiter Albin Knauder.

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