„Erfolgsprämie“ für Kabeg-Vorstand in Manegold

Dengel, Waltraud: „Erfolgsprämie“ für Kabeg-Vorstand in Manegold
Kronenzeitung, 5. 11. 2011, 14

29-jährige Personalchefin

Verlängerung „derzeit“ kein Thema

Wetzlinger: Pension & Rückkehrrecht

Erfolgreich verlief die Sitzung des Personalausschusses am Donnerstag für Kabeg-Chefin Ines Manegold: Sie erhält eine Prämie in Höhe von zwei Monatsgehältern. Und ab Mai 2012 hat die Kabeg eine neue Leiterin der Personalabteilung. Die erst 29-jährige Veronika Rabel wird Nachfolgerin von Dieter Errath, der in Pension geht. Rabel war laut Manegold in beiden Hearings an erster Stelle. „Ich war bei ihrer Benotung oft kritischer als meine Mitbewerter“, kontert Manegold Gerüchten, Rabel sei auf ihren Wunsch hin bestellt worden.

Die Leistungsprämie wurde für 2010 gewährt und wird anteilig ausbezahlt: Manegold trat ihren Job erst im März an. Rund 20.000 Euro zusätzlich zum Gehalt sind dennoch nicht zu verachten. Sie habe dafür harte Kriterien wie einen genehmigten Jahresabschluss erfüllen müssen, meint Manegold. Auch Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit hätten eine Rolle gespielt, bestätigt Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Scheuch (FPK). Über Letzteres, dürften sich manche Ärzte und Spitalmitarbeiter wundern, gab es doch immer wieder Aufregungen und Beschwerden über Manegolds Führungsstil. Scheuch: „Dass Manegold keinen einfachen Job hat, wissen wir alle.“

Dennoch denkt Manegold schon über eine zweite Amtszeit nach, obwohl sie erst eineinhalb Jahre ihres Fünf-Jahres-Vertrages abgedient hat. Derzeit sei dies kein Thema, meint sie, aber bei einer „perspektiven Lebensplanung“ werde sie das irgendwann einmal zu berücksichtigen haben. Nächstes Jahr wäre ein guter Zeitpunkt, hat sie wissen lassen.

Geht es nach ihrem Mentor Scheuch, ist das zu früh. Eineinhalb Jahre vor Ablauf des Vertrages könne man darüber reden, meint Scheuch: „Es sei denn, der Expertenrat kommt zu einer anderen Sichtweise.“ Zumindest für den Vorsitzenden dieses Rates, Albert Kreiner, ist es „angesichts der Restlaufzeit des bestehenden Vertrages müßig, über einen neuen zu diskutieren.“

Auch wenn dieser Expertenrat der Entpolitisierung der Kabeg dienen soll, geht ohne Parteien nichts. Zumindest nicht ohne FPK und deren Erfüllungsgehilfin VP. Der schwarze Spitals-Experte Stephan Tauschitz hält es jedoch mit den drei Affen: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Weder von Manegolds Prämie noch von einer Vertrags-Verlängerung will er etwas wissen, noch hat er eine Meinung dazu.

Neues gibt es über die Trennung zwischen Kabeg und dem früheren Spitalsmanager Herwig Wetzlinger. Nach langen Streitereien hat Wetzlinger im Sommer dieses Jahres aufgegeben und ist als stellvertretender Direktor ins Wiener AKH gewechselt. Allerdings nicht so endgültig, wie es den Anschein hatte: „Wetzlinger hat, falls er will, für fünf Jahre ein Rückkehrrecht in die Kabeg“, bestätigt Kreiner. Das sei ein Erbe jener Verträge, die Wetzlinger noch vom seinerzeitigen Kabeg-Vorstand Franz Sonnberger erhalten habe.

Doch das ist nicht alles: Die Kabeg wird Wetzlinger später auch eine Betriebspension auszahlen müssen. Die Beiträge dafür zahlt Wetzlinger zwar derzeit selber, hat sie aber pauschal bei seinem Ausscheiden abgegolten bekommen. Kreiner: „Die Abfertigung und diese Abschläge für die Pension machen zusammen über 100.000 Euro aus.“

WALTRAUD DENGEL

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