Kabeg bei Wetzlinger-Abgang sehr spendabel

Kleine Zeitung, 29. 9. 2011, 22f

Mit weitreichenden Zugeständnissen entpuppt sich die Demontage des früheren LKH-Betriebsdirektors als eine gezielt gesetzte Aktion.

Seit Wochen interessiert Insider brennend, wie viel die Landesspitälerholding Kabeg die einvernehmliche Trennung vom vormaligen Betriebsdirektor des Klinikums Klagenfurt, Herwig Wetzlinger, gekostet hat. Wetzlinger, der den Großteil der Meriten für sich verbuchen kann, dem Mammutprojekt „LKH neu“ finanziell zur punktgenauen Landung verholfen zu haben, war dennoch gemobbt und schließlich heuer im März unter skandalträchtigen Umständen abberufen worden.

Fortan fristete er in den Katakomben des alten LKH sein Dasein, mit Konzepten für eine Kabeg-Consulting-Firma beauftragt, die offenbar aber niemand wirklich wollte. Es war ein Paukenschlag, als im August zuerst die einvernehmliche Trennung von Wetzlinger und kurz darauf dessen Wechsel in das AKH Wien, wo er seit 1. September stellvertretender Leiter ist, bekannt wurden.

„Golden Handshake“?

„Welche Kosten sind dabei angefallen? Gibt es Zugeständnisse an Wetzlinger?“, fragte in einem Debattenbeitrag in der Kleinen Zeitung Steuerberater Johann Neuner und forderte, da der Steuerzahler dafür aufkommen müsse, Antworten ein. Sollte es einen „Golden Handshake“ gegeben haben, wäre dies ein Skandal.

Nun: Von einem „Golden Handshake“ kann man nicht sprechen, die Zugeständnisse an Wetzlinger lassen aber tief blicken. „Nach außen abmontieren und nach innen belobigen, das würde einfach nicht zusammenpassen“, stellte Neuner in den Raum.

Genau das aber ist passiert: Herwig Wetzlinger erhält rund 100.000 Euro an Abfertigungen aus seinen Tätigkeiten als EDV-Chef der Kabeg bzw. als kaufmännischer bzw. Betriebsdirektor am Klinikum. 50.000 Euro davon sind der gesetzliche Anspruch, womit man nicht von einem „Golden Handshake“ sprechen kann, zumal Wetzlinger als EDV-Chef unkündbar gestellt war, was eine Kündigung für die Kabeg exorbitant teuer gemacht hätte.

Rückkehrrecht 2017

Bemerkenswert ist aber, dass man Wetzlinger die ihm seinerzeit gewährte Zusatzpension beließ. Und, fast noch der größere Hammer: Wollte er, könnte er im Herbst 2017 zu einem Stichtag in die Dienste der Kabeg zurückkehren. Herwig Wetzlinger selbst wollte zu diesen der Kleine Zeitung zugespielten Informationen keine Stellungnahme abgeben, zudem verwies er auf die Pflicht zur Verschwiegenheit. Aus der Reserve lockt ihn nur die Frage, ob er die Kabeg ausgetrickst habe – schließlich hätte er bei einem freiwilligen Abgang alle Ansprüche verloren. „Ich habe die Kabeg darüber informiert, dass es ein Angebot gäbe, über das ich ernsthaft nachdenken würde, wenn wir eine einvernehmliche Auflösung des Vertrages zustande brächten“, stellt Wetzlinger klar.

Diese Faktenlage macht endgültig deutlich, dass man Wetzlinger, der am AKH 36 Mitbewerber ausstach, unter allen Umständen loswerden wollte. Warum, darüber könnte man bei einem Blick auf die Geschehnisse der vergangenen Jahre trefflich spekulieren. Fakt ist, dass Wetzlinger jedenfalls im seit dem vergangenen Jahr die Kabeg regierenden blau-schwarzen Netzwerk nicht „Part-of-the-game“ war.

Die Details des Wetzlinger-Abgangs sollten Zündstoff für eine morgen stattfindende Sitzung der Kabeg-Expertenkommission sein. Schließlich trägt dieses Gremium für die Abberufung des Ex-LKH-Chefs die Verantwortung!

Patienteninformation. Am Ärztekammer-Haus in Klagenfurt wurde ein Transparent installiert, das elektronisch die für die Bevölkerung geleisteten ärztlichen Stunden anzeigt. Es ist der Beginn einer Aktion, bei der die Ärztekammer mit ihrem Präsidenten Othmar Haas (Foto) Missstände im Gesundheitswesen aufdecken will.

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