Auf die Kabeg rollt gewaltige Kostenlawine zu

300.000 Euro für Kurzzeit-Chef Mandl sind Vorgeschmack auf aktuelle Arbeitsgerichtsprozesse. Und jetzt will auch noch die Humanomed viel Geld von der Kabeg.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit trafen sich Donnerstag Vertreter der Humanomed-Gruppe und der Kärntner Landesspitälerholding vor dem Richter. Es geht, verkürzt dargestellt, um eine Ausgleichszahlung für nach Ansicht der Humanomed nicht erbrachte Leistungen aus einem im Jahr 2002 abgeschlossenen Vertrag. Darin garantierte die Kabeg, 25 Betten im Sanatorium Althofen zu füllen, wofür Patienten aus der Orthopädie am LKH Klagenfurt zur postoperativen Nachsorge in die Privatklinik verlegt werden sollten. Die Absicht dahinter war, sich mit dieser Kooperation die Einrichtung entsprechender Kapazitäten in Klagenfurt zu ersparen. Laut Kabeg-Pressesprecherin Kerstin Wrussnig habe es jedoch schon damals Warnungen gegeben, dass dieser inzwischen gekündigte Vertrag mit einem hohen Risiko verbunden sei. Kolportiert wird eine Forderung der Humanomed-Gruppe in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Diese Summe wollten aber weder Wrussnig noch Humanomed-Sprecherin Ulrike Koscher bestätigen. In der ersten Tagsatzung wurde vorerst das Prozedere für den weiteren Verlauf des Verfahrens festgelegt.

Teures Köpferollen

Verliert die Kabeg, wird sie auf jeden Fall tief in die Tasche (des Steuerzahlers) greifen müssen. Wovon man auch bei den Konsequenzen der Eliminierung missliebiger Manager in den vergangenen Monaten ausgehen kann. „Bis heute weiß man nicht, welche Kosten bei der einvernehmlichen Lösung des Dienstverhältnisses mit Herwig Wetzlinger angefallen sind?“, stellte Wirtschaftsprüfer Johann Neuner vergangene Woche in einem Debattenbeitrag für die Kleine Zeitung wohl nicht ohne Hintergedanken in den Raum. Es ist anzunehmen, dass Wetzlinger, der trotz großer Verdienste um das „LKH neu“ abgeschossen wurde und jetzt Vizechef des Wiener AKH ist, nicht gratis die Tür verließ. Kabeg-Aufsichtsratschef Kurt Scheuch (FPK), Vorstandsdirektorin Ines Manegold und die Expertenkommission unter Albert Kreiner werden aber auch noch die fristlose Entlassung von Thomas Koperna und die Kündigung von Claudia Scharm-Groicher zu verantworten haben. Experten rechnen mit Kosten zwischen 500.000 und im schlimmsten Fall einer Million Euro!

WOLFGANG RAUSCH

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