FPK: Aufregung um Ragger-Besuch beim Oberlandesgericht Graz / SK Austria-Karten für Telefon-Aktionen

Kronenzeitung, 8. 9. 2011, 12

Von Waltraud Dengel

Peinlicher geht es wohl nicht mehr: Erst will FPK-Landesrat Christian Ragger durchs Hintertürl in das Oberlandesgericht Graz, um den Präsidenten Manfred Scaria zu treffen – doch weil dort ein Fotograf des Magazins „News“ lauert, lässt er den Termin kurzfristig platzen und fahrt wieder heim nach Kärnten. Selbst wenn Ragger, im Zivilberuf Rechtsanwalt mit guten Verbindungen in die Grazer Juristen-Szene, wirklich nicht die Absicht gehabt haben sollte, zu Gunsten seines in erster Instanz verurteilten Parteichefs Uwe Scheuch zu intervenieren, ist die Optik absolut fatal.

Das Oberlandesgericht, in zweiter Instanz für den Scheuch-Prozess zuständig, bestätigt das Treffen samt Absage. Der Termin-Wunsch sei von Ragger ausgegangen, ein Thema nicht genannt worden. Ragger sagt, er habe unter anderem über die hohen Kosten reden wollen, die das Land Kärnten für Ausländer im Jugendwohlfahrtsbereich tragen müsse. Oberlandesgericht – Sprecher Thomas Hofmann kann sich jedoch keinen rechten Reim darauf machen, was Ragger damit meint. Als Grund für die Absage gibt Ragger an, er „wollte niemandem Anlass zu Spekulationen geben.“ Da hätte er wohl besser einen weiten Bogen um das Gerichtsgebäude machen sollen.

Landeshauptmann Gerhard Dörfler ist jedenfalls nicht zu beneiden. Der Druck auf ihn, als Chef der Landesregierung in der Causa Scheuch durchzugreifen, wird täglich stärker. Das Ragger-Manöver wird Dörfler das Leben nicht leichter machen.

Für österreichweite Schlagzeilen sorgt die Meldung der „Kärntner Krone“, dass die Telekom 500.000 Euro auf Vermittlung von Jörg Haider an den SK Austria Kärnten gezahlt- hat. Nach Ex-Präsident Mario Canori gibt auch die Telekom zu, dass dieser Betrag geflossen ist.

Damit wurden laut Konzernsprecherin Elisabeth Mattes Kartenkontingente angekauft und über spezielle Telefon-Tarif-Pakete an Fußballfans weitergegeben. Selbst wenn man davon ausgeht, dass eine Karte für den VIP-Bereich 100 Euro gekostet hätte, wären dies 5000 Karten gewesen, die über solche Promotion-Angebote unter die Leute gebracht worden seien. Eine reichlich seltsame Methode, vor allem, weil Canori sagt, dass die Kartenkäufe über mehrere Saisonen verteilt gewesen seien.

Der Herr Mandl müsste man sein! 2008 war Dieter Mandl keine vier Monate Kabeg-Vorstand, bevor er fristlos entlassen wurde. Damals hieß es, Mandl hätte keine Abfertigungsansprüche. Seither wurde vor dem Arbeitsgericht gestritten und jetzt erhält Mandl auf Grund eines Vergleichs rund 300.000 Euro ausbezahlt. Hochgerechnet ein Monatsgehalt von 80.000 Euro – da kann man nur davon träumen. Über den Inhalt des Vergleichs – die 300.000 sollen vom Land angeboten worden sein – wurde laut dem Kabeg-Aufsichtsratsvorsit-zenden Kurt Scheuch Stillschweigen vereinbart. Was geht es die Steuerzahler auch an, was mit ihrem Geld geschieht.

Doch Mandl ist wohl nicht der Letzte, für den die Steuerzahler via Kabeg zur Kasse gebeten werden dürften. Der gerade erst fristlos gefeuerte Thomas Koperna klagt auf Wiedereinstellung; die gefeuerte stellvertretende kaufmännische Direktorin des Klinikums Klagenfurt, Claudia Scharm-Groicher, hat ebenfalls beim Arbeitsgericht geklagt. Mit ihrem Ex Chef Herwig Wetzlinger hat die Kabeg einen Vergleich geschlossen, ehe dieser sich nach Wien verabschiedete.

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