Arbeitszeit der Ärzte soll massiv reduziert werden

Pfeiffenberger, Alfred: Arbeitszeit der Ärzte soll massiv reduziert werden. Salzburger Nachrichten, 8. 8. 2011, 2.

Müde. Die Arbeitszeiten für Ärzte in den Spitälern sollen reduziert werden. Eine entsprechendes Gesetz wird vorbereitet. Nicht alle sind begeistert.

ALFRED PFEIFFENBERGER

WIEN, SALZBURG (SN). Die Arbeitszeit für Ärzte soll in Österreich neu geregelt werden. Das Sozialministerium bereitet einen Novelle des Krankenanstaltenarbeitszeitgesetzes vor, durch das vor allem langen Diensten ein Riegel vorgeschoben werden soll. So gibt es in Osterreich immer noch Spitäler, in denen Mediziner bis zu 49 Stunden durchgehend arbeiten müssen. Was durch das derzeitige Gesetz gedeckt ist.

Dabei ist schon lang klar und auch durch Studien bewiesen: Ärzte reagieren bei Müdigkeit so wie andere Menschen auch. Ihre Genauigkeit sinkt und die Fehlerquote steigt. So gibt es Studien, die zeigen, dass mindestens jeder dritte medizinische Fehler auf Intensivstationen auf Übermüdung zurückzuführen ist.

Übermüdete Ärzte stellen aber nicht nur für ihre Patientinnen und Patienten eine Gefahr dar. Durch die langen Dienste schädigen sie auch ihre eigene Gesundheit.

Im Sozialministerium heißt es, dass das neue Arbeitszeitgesetz in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer erarbeitet wird. Tritt es in Kraft, dann werden die Dienste der Ärzte mit maximal 25 Stunden begrenzt. Falls die einzelnen Krankenanstalten mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Betriebsvereinbarung ausverhandeln, können es auch 32 Stunden sein.

Allerdings: Gegen die geplante Verkürzung der Ärztedienste gibt es auch Bedenken. Der oö. LH Josef Pühringer (ÖVP) schreibt an das Ministerium: „Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Neuregelung, wie mir von Leitern von Krankenhäusern versichert wird, unnotwendig ist. Eine Reduzierung der Arbeitszeiten sei kontraproduktiv für die Bemühungen der Länder, im Spitalsbereich zu sparen. Pühringer fürchtet, dass es zu einer deutlichen Verteuerung der ärztlichen Nachtdienste kommen würde. Außerdem würde, wenn Betriebsvereinbarungen abgeschlossen werden müssen, diese sicher benützt werden, um höhere Entgelte zu fordern. Die finanziellen Belastungen für die Krankenhäuser dürften nicht unterschätzt werden. Pühringer plädiert dafür, die geplante Novelle des Krankenanstaltengesetzes nicht ins Parlament zu bringen.

Im Sozialministerium wiederum glaubt man, dass sich durch die Verkürzung der Dienste nicht automatisch höhere Kosten ergeben. Es gebe Krankenanstalten, in denen dies bereits funktioniere.

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