Ein Sensor für Umwelt-und Gesundheitsfragen

pi: Ein Sensor für Umwelt-und Gesundheitsfragen. Der Standard, 27. 7. 2011, 14.

Seibersdorf: Michaela Fritz, Leiterin des Departments „Health and Environment“, zieht Zwischenbilanz

Die andere Seite kennenlernen: Der Entschluss von Michaela Fritz, im November 2010 von der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (AWS) in das Austrian Institute of Technology (ALT) zu wechseln, fiel ihr auch deshalb leicht, weil sie nach fünfjähriger Arbeit bei einem Fördergeber die Chance hatte, einen potenziellen Fördernehmer kennenzulernen – als Leiterin des Departments „Health & Environment“ des AIT.

Seither ist sie unter anderem mit dem Aufbau von Kooperationen beschäftigt. Das fällt nun durch schon lange geplante räumliche Änderungen wahrscheinlich leichter: Ein Teil der Forscher ist in die Wiener Muthgasse in die Nähe der Universität für Bodenkultur gezogen, ein anderer, der sich hauptsächlich mit Umweltfragen beschäftigt, arbeitet nun in Tulln in der Nähe der Agrarbiotechnologie der Boku. Die Werkstoffwissenschafterin Fritz, die an der ETH Zürich studierte, wünscht sich die Forschungsabteilung des AIT aber in noch mehr Netzwerken. Und will dabei vor allem mit internationalen Partnern auf Technologietransfer setzen, also Ideen für Produkte liefern, von denen man sich auch keine üblen Umsätze erwartet.

Der Markt für Molekulare Diagnostik etwa, einem Schwerpunkt am Department, steigt immerhin um 14 Prozent jährlich. Mit einem anderen Thema des Departments, Ambient Assisted Living, rechnet sich Fritz sowieso die besten Marktchancen aus und stützt sich dabei auf internationale Analysen: Senioren sollen mit leicht benutzbaren technischen Helfern ausgestattet werden, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter zu ermöglichen.

Am AIT versteht man sich als Systemanalytiker, der vor der technischen Entwicklung mit Simulationen auslotet, welche Eigenschaften das Produkt haben sollte – also die entscheidende Maßnahme vor dem ersten Entwicklungsschritt. Deshalb werden in Tulln auch keine Wasseraufbereitungsanlagen gebaut, sondern Interessenten, wie zuletzt dem Irak, gezeigt, wie man solche Anlagen bauen könnte.

Schlagzeilen machte das Department zuletzt eher mit Gesundheitsthemen: Zum Beispiel mit einem Blutdruckmonitoring, das für klinische Zwecke nun den genaueren Wert am Herzen statt am Arm mit Blutdruckmanschette misst.

Gibt es eine Klammer über all diese Projekte? Vielleicht, weil Mensch, Gesundheit und Umwelt einander beeinflussende Faktoren sind. Sicher aber durch Analysewerkzeuge: Nano-Sensoren, die am Department entwickelt werden, können da wie dort verwendet werden – in der Umwelt- und in der Gesundheitsdiagnostik. Bis eine Atemgasanalyse mittels Sensoren möglich ist, die Rückschlüsse auf Erkrankungen zulässt, werden aber noch ein paar Jahre vergehen. (pi)

Forschungsmanagerin Michaela Fritz in den Labors in der Wiener Muthgasse: Sie will das Department „Health and Environment“ noch besser als bisher vernetzen. Foto: Com

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