Die FPK schlägt wild um sich

Rausch, Wolfgang: Die FPK schlägt wild um sich. Kleine Zeitung, 2. 6. 2011, 18.

Kleine Zeitung, Kärntens Justiz und ein Primar als Zielscheiben wütender und völlig ins Leere gehender Attacken von Scheuch und Co.

Die Enthüllung der wahren Pläne der Kabeg mit dem LKH Wolfsberg durch die Kleine Zeitung kehrte in FPK-Klubobmann Kurt Scheuch wieder einmal den „Reißwolf“ hervor, der er ja gar nicht sein will. Vielleicht kannte er, obwohl Aufsichtsratsvorsitzender, den Brief gar nicht, mit dem Kabeg-Chefin Ines Manegold den Primarius der Wolfsberger Unfallchirurgie, Klaus Samlicki, wissen ließ, dass man zu einer Filiale der Klagen-furter Unfallabteilung werde – zu einem „Satellitendepartement“. Der Kleinen Zeitung liegt das Schreiben vor und sie muss sich daher von Scheuch weder „falsche“ noch „wieder einmal tendenzielle Berichterstattung“ vorhalten und mit niveaulosen Unterstellungen überschütten lassen. Schon gar nicht müssen wir uns angesichts der Beweise vor der angedrohten Klage fürchten – wie Scheuch am besten weiß, waren Versuche, die Kleine Zeitung in Sachen Kabeg mundtot zu machen, in den vergangenen Monaten vor Gericht wenig erfolgreich.

Unter jenen, die den Manegold-Brief zur Kenntnisnahme erhielten, war auch FPK-Landes-rat Christian Ragger, der von der Kabeg-Chefin geradezu desavouiert wurde. Schließlich hatte er gemeinsam mit ihr den Fortbestand der Unfallchirurgie garantiert. Gestern ließ Ragger Manegold per Aussendung wissen, dass er sich „erwarte, dass sie zu unserer Vereinbarung steht“. Raggers Versuch, der Kleinen Zeitung eine „längst übliche einseitige Darstellung“ anzudichten, ist daher wohl nur als Nebelgranate zu werten, die von der Peinlichkeit des Alleingangs der Kabeg-Chefin ablenken soll. Der absolute Tiefpunkt im hysterischen blauen Aussendungsreigen war die letztklassige und nebstbei klags-reife Attacke Kurt Scheuchs auf Primarius Samlicki, dem Scheuch unterstellte, den eigenen Betrieb zu beschädigen und das auch noch aus niederen Motiven, weil sein Wunsch, ein Jahr anhängen zu dürfen, nicht erfüllt worden sei. Falls es Scheuch entgangen sein sollte: Die geplante Demontage der Unfallchirurgie Wolfsberg hat Gesundheitsreferent Peter Kaiser (SPÖ) thematisiert …

Gegen die Justiz zieht einen Monat vor dem „Part oft the game“-Prozess FPK-Obmann Uwe Scheuch in der „Kärntner Woche“ vom Leder. Er rechne mit keinem fairen Prozess und damit, dass man im Zweifel gegen ihn urteilen werde. Mit seinem Rücktritt ist aber selbst in diesem Fall nicht zu rechnen, denn Scheuch wörtlich: „… ich habe einen moralischen Zugang: Ich habe nichts getan.“ Sollte es Druck aus Wien auf den Koalitionspartner ÖVP geben, dann werde man wählen lassen und als Sieger hervorgehen.

WOLFGANG RAUSCH

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