Betriebsräte protestieren gegen Kages-Vorstand

Online-Ausgabe Kleine Zeitung, 17.6.2011

Die Betriebsräte der steirischen Krankenanstalten-Gesellschaft (Kages) steigen auf die Barrikaden: Betriebsvereinbarungen sollen gekündigt werden, weitere Kampfmaßnahmen sind geplant.

Manfred Wolf (Zentralbetriebsratsvorsitzender) und Gerhard Hammer (Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrats) stellen zwar klar, dass man Verständnis für die Sparvorhaben der Politik und des Vorstands zeigt – aber auch, dass die derzeitige Kommunikationsstrategie für Empörung sorgt: „Das Personal wird massiv betroffen sein, aber bis heute haben wir keinen Termin beim Vorstand bekommen, um Sozialpläne auszuarbeiten. Der Vorstand spielt ein seltsames Spiel: Man will anscheinend alles so lange verzögern, bis wir keine Zeit mehr haben, um den Mitarbeitern zu helfen“, erklärt Wolf, der jetzt noch einmal „in Ruhe eine Lösung“ suchen will. Aber: „Wenn wir dann nicht in der Erstellung der Konzepte involviert werden, gibt es Konsequenzen.“ Dienst nach Vorschrift steht bereits auf dem Kampfplan, außerdem sollen Betriebsvereinbarungen aufgekündigt werden – damit könnten zumindest die kleineren Spitäler „lahmgelegt“ werden.

Die Krise hat auch politische Folgen. Die Bastion des ÖAAB in den Spitälern bröckelt dramatisch. „Die Einheit des ÖAAB innerhalb der Kages zerfällt. Immer öfter hören wir, dass die Leute nicht mehr für den ÖAAB antreten wollen – weil der für die Grauslichkeiten steht, die jetzt passieren“, so Wolf und Hammer.

Wettbewerb der Spitäler

Die Umsetzung des Regionalen Strukturplans Gesundheit (RSG) soll trotzdem kommenden Montag im Aufsichtsrat der Spitälergesellschaft Kages beschlossen werden. Diesen Mittwoch fand eine diesbezügliche Abstimmung zwischen Aufsichtsrat und Vorstand statt, gestern lud die Politik die Betriebsräte ein.

Die Inhalte der vorläufigen Einigung werden in der Sitzung am Montag offiziell bekannt gegeben, soviel ist durchgesickert: Mehrere Bauvorhaben werden vorerst zurückgestellt und die vom Sparstift gekennzeichnete RSG-Neufassung dürfte zwischen den einzelnen Kages-Häusern einen Wettbewerb auslösen: Jene Häuser, die sich am schnellsten an die Strukturen anpassen, dürfen Vorteile erwarten.

Das geht soweit, dass etwa das Grazer Uni-Klinikum ein Konzept für einen künftigen Tagesklinik-Betrieb vorzieht. Es soll dabei zu einer deutlichen Verringerung der Verweildauer im Spital kommen. Für die Patienten bedeutet das kürzere Liegezeiten, aber auch Erschwernisse, weil nach dem Verlassen des Spitals für die weitere Pflege extern gesorgt werden muss.

DIDI HUBMANN, ERNST SITTINGER
Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s