Pharmariesen nach erstem Quartal optimistisch

Health Economy, Medianet, 29. April. 2011.

Zwischenbilanz. Novartis steigert Quartalsumsatz um 16 Prozent, Johnson & Johnson überrascht positiv. Eli Lilly büßt hingegen 15 Prozent beim Nettogewinn ein, auch Roche stagniert.

Wien. Die Pharmaindustrie hat im ersten Quartal durchaus unterschiedliche Ergebnisse geliefert: Auffallend: die Riesen Novartis und Johnson & Johnson (J&J) trotzen dem raueren Klima in der Arzneimittelbranche. Der Schweizer Novartis-Konzern steigerte vor allem dank der hohen Nachfrage nach seinen neuen Medikamenten den Umsatz im ersten Quartal um 16% auf 9,79 Mrd. €. Die Verkaufs-erlöse des US-Konkurrenten lagen mit 16,2 Mrd. USD – 3,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Beide Unternehmen übertrafen damit die Markterwartungen, die Aktien reagierten darauf mit deutlichen Kursanstiegen. Mit dem Umsatzsprung bewiesen Novartis und J&J, dass es für Pharmakonzerne auch in dem zuletzt schwieriger gewordenen Marktumfeld Wachstumschancen gibt. Der Branche macht derzeit der Sparkurs vieler Länder in ihren Gesundheitssystemen und die zunehmende Konkurrenz durch günstigere Nachahmerprodukte zu schaffen.

Gegen den Abwärtssog

Nach Angaben des Branchendienstes IMS Health hat sich das Ausgabenwachstum für verschreibungspflichtige Medikamente im größten Pharmamarkt USA 2010 auf 2,3 Prozent verlangsamt – das ist zweitniedrigste Wert in 55 Jahren. Novartis konnte sich dem Abwärtssog entziehen, da das Unternehmen aus Basel zuletzt einige neue Medikamente auf den Markt brachte. „Die Transformation unseres Portfolios durch neue Produkte schreitet fort“, erklärte Konzernchef Joseph Jimenez.  Die zuletzt eingeführten Medikamente Gilenya, die erste Pille gegen Multiple Sklerose, der Blutdrucksenker Exforge oder das Krebsmittel Tasigna steuerten ein Viertel des Pharma-Umsatzes bei.

In der wichtigsten Geschäftssparte stiegen die Verkaufserlöse in Lokalwährungen gerechnet um fünf Prozent auf 7,77 Mrd. USD. Unter dem Strich verdiente Novartis wegen Sonderfaktoren wie etwa der Konsolidierung von Alcon im ersten Quartal mit 2,82 Mrd. USD um vier Prozent weniger als vor einem Jahr. Bereinigt um Sonderposten, stieg der Gewinn jedoch entgegen der Markterwartungen um zwei Prozent auf 3,38 Mrd. USD. Der Konzern bekräftigte seine Jahresprognose und rechnet 2011 unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen weiterhin mit einem Umsatzplus im zweistelligen
Bereich und einer Verbesserung der operativen Kerngewinnmarge.

Nicht alle bilanzieren gut

An der Börse kamen die Quartalsabschlüsse gut an. Die Novartis-Aktien waren mit einem Plus von fast vier Prozent auf 39,3 € mit Abstand der größte Gewinner unter den europäischen Gesundheitswerten. Die J&J-Aktien zogen in New York vorbörslichen zwei Prozent an. Der US-Konzern legte nach den überraschend starken Quartalszahlen eine optimistische Prognose vor (Gewinn je Aktie von 4,9 bis 5 USD). Branchenexperten war im Schnitt von 4,84 USD ausgegangen.

Bei Konkurrenten wie Roche oder Eli Lilly stagnieren die Einnahmen oder gehen sogar zurück. Eli Lilly teilte zu Wochenbeginn mit, dass der Nettogewinn innerhalb eines Jahres um 15% auf 1,056 Mrd. USD oder 0,95 je Aktie eingebrochen ist. Grund waren die hohen Restrukturierungs- und  Entwicklungskosten. Allein die Diabetes-Partnerschaft mit Boehringer Ingelheim schlug sich mit 269 Mio. € zu Buche. Der Umsatz legte hingegen im 1. Quartal wegen guter Auslandsverkäufe um 6% auf 5,84 Mrd. USD zu. Roche wuchs im ersten Quartal wie berichtet vor allem im Diagnostika-Bereich, die Pharmasparte stagnierte.

Health Economy, Medianet, 29. April. 2011.

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