Gesundheitsrisiko: Macht Migration krank?

NN: Gesundheitsrisiko: Macht Migration krank? Kurier, 13. 5. 2011, 8.

Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF) informiert: Migranten nutzen seltener Vorsorgeuntersuchungen: Sprache und fehlendes Gesundheitsbewusstsein sind Barrieren für die Gesundheitsprävention.

Mahmud, ein älterer Herr aus Syrien, fühlt sich nicht gut. Seit Längerem hat er Schmerzen in der Brust. Einen Arztbesuch schließt er aber aus. Er versteht die Fragen der Ärzte kaum, kann seine Beschwerden nicht erklären. Von einer Vorsorgeuntersuchung hat er bislang noch nichts gehört.

Krankheitsrisiko. Eine neue ÖIF-Publikation „Migration und Gesundheit. Mögliche Wege aus dem Präventionsdilemma“ liefert Erkenntnisse zu dem bislang wenig behandelten Thema: Migration beeinflusst das Risiko zu erkranken. Laut WHO (World Health Organization) können sich migrationsbedingte Belastungen wie die Trennung von Familienmitgliedern, soziale Isolation und Gewalterfahrungen negativ auf den Gesundheitszustand von Migranten auswirken. „Was aber nicht bedeutet, dass Migranten per se öfter krank sind“, so Studienautorin Julia Mayer. Durch Migration wird aber auch der Zugang zu Therapiemöglichkeiten erschwert, wobei fehlende Sprachkenntnisse eine besondere Hürde sind.

Fakten. Migranten nehmen seltener Gesunden- und Vorsorgeuntersuchungen wie Krebs-Früherkennung in Anspruch. Auch Zahn-und Augenarzt besuchen Migranten aufgrund der hohen Selbstbehalte seltener. Nur 55 Prozent der Frauen ausländischer Herkunft über 40 gehen zur Mammografie, der Prozentanteil der Frauen ohne Migrationshintergrund liegt bei 76 Prozent. Migranten sind weniger präventiv orientiert, häufig fehlt aber auch das Wissen über die verschiedenen Vorsorgeangebote.

Barrieren. Fehlende Information über das Gesundheitssystem, mangelndes Gesundheitsbewusstsein, Sprachbarrieren und kulturelle Differenzen gelten als größte Hürden für eine breite Nutzung von Präventionsmaßnahmen. „Zuwanderer müssen gezielt an Gesundheitsförderung herangeführt werden“, erklärt Mayer. Schlüsselpersonen, die innerhalb der Migrantengruppen bekannt sind, können bei der Vermittlung von Präventionsbotschaften helfen.

Sie möchten mehr wissen? Das neue ÖIF-Dossier „Migration und Gesundheit. Mögliche Wege aus dem Präventionsdilemma“ steht Ihnen kostenlos als Download zur Verfügung: http://www.integrationsfonds.at

Kommentar

Migranten gezielter informieren

Für Vorsorge & Beruf: Deutsch ist der Schlüssel

Zuwanderer sind wenig präventiv orientiert. Das heißt, sie gehen oft erst zum Arzt, wenn sie schon krank sind. Vielen Migranten fehlen die sprachliche Kompetenz für einen Arztbesuch, aber auch Informationen über Vorsorgeangebote. Informationen und eine sachliche Diskussion sind nötig, um Strategien zur Gesundheitsprävention für Migranten zu schaffen. Muttersprachliche Information über das Gesundheitsangebot und auch der sensible Umgang mit kulturellen Unterschieden sind ein guter Ansatz, um Migranten in das österreichische Gesundheitssystem besser zu integrieren. Aber auch Zu-wanderer müssen sich weiterbilden: Deutschkurse und Bildungsinitiativen sind nötig um Migranten für das alltägliche Leben in Österreich – wozu auch der Arztbesuch zählt – fit zu machen.

Berufschancen. Bereits jetzt haben laut Statistik Austria knapp 9 Prozent der Angestellten im Gesundheitsund Sozialbereich einen Migrationshintergrund. Berufe wie Pflegehelfer, Heimhilfe oder Krankenschwester zählen zu Mangelberufen am Arbeitsmarkt. Deswegen unterstützt der Österreichische Integrationsfonds gezielt Migranten bei der Ausbildung: In Fachdeutschkursen werden zukünftige Pflegehelfer für die Aufnahmeprüfung vorbereitet. Denn auch in diesem Bereich zeigt sich: Die deutsche Sprache ist der Schlüssel für erfolgreiche Integration.

Weitere Informationen zu den Angeboten unter: http://www.integrationsfonds.at/habibikurier@integrationsfonds.at


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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Eine Antwort zu “Gesundheitsrisiko: Macht Migration krank?

  1. WaLei

    Dieser Artikel taugt nicht viel. Erstens ist die Behauptung, dass Migration als solche krank macht falsch. Ihr wird selbst von den Studienautoren widersprochen, Zitat: „Was aber nicht bedeutet, dass Migranten per se öfter krank sind.“

    Zweitens werden die Ursachen für spezifische Probleme in erster Linie den MigrantInnen als Person zugeschrieben. Etwa, ihre Kultur, ihre Sprachkenntnisse, usw. Barrieren würden auf ihrer Seite liegen: die fehlende Sprache.

    Fakt ist aber, dass selbst Kultur und Sprache etwas ist, dass zwischen Menschen besteht. Diskrminierungen etwa werden nicht erwähnt, die Möglichkeit trotz Schwierigkeiten zu kommunzieren ebenfalls nicht. IN DER PRAXIS SIND „SPRACHBARRIEREN“ und „KULTURELLE UNTERSCHIEDE“ die häufigsten Ausreden dafür, DASS SICH NICHTS MACHEN LÄSST und ZWAR von SEITEN DER VERANTWORTLICHEN UND DES PERSONALS.

    NICHT ERWÄHNT werden im Artikel die SOZIALEN FAKTOREN, wie EINKOMMEN, ARBEIT, DEMÜTIGUNGEN, USW.

    Es ist traurig, dass diese Plattheiten in dem Artikel so engagiert und wissenschftlich rüberkommen. Dies, obwohl es einen Haufen wirklich kritischer und guter wisschenschaftlicher Arbeiten gibt. Und dies auch, obwohl es einen Haufen wirklich engagierter Menschen in dem Bereich gibt.

    Und es ist traurig, diesen Artikel, als interessante „Gesundheits-News“ hier zu lesen.

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