Streik in der Berliner Charité! 300 Euro mehr für Alle!

Streiks im Gesundheits- und Sozialbereich funktionieren. Wer das nicht glaubt: hier ist der Beweis. Seit Montag, 2.5., ist die Berliner Charité – Europas größte Uni-Klinik – in den Streik getreten. Und zwar unbefristet.

von Andreas Exner

Nicht überall nehmen die Opfer von Sparangriffen einfach hin, dass ihnen das Fell über die Ohren gezogen wird. Sparen ist kein Schicksal. Die jüngsten Proteste in der Steiermark gegen die 25%-ige Kürzung des Budgets für Gesundheit, Soziales, Bildung und Kultur haben gezeigt: Es reicht nicht, nur zu demonstrieren; es reicht nicht, nur Aktionen im öffentlichen Raum zu machen; es reicht nicht, nur Unterschriften zu sammeln; es reicht nicht, nur „Härtefälle“ aufzuzählen; es reicht nicht, nur grantig zu sein. Das ist vielleicht typisch österreichisch, hilft aber niemandem. Am allerwenigsten denen, die unter dem Sparpaket zu leiden haben.

Wirkliche Hilfe bringt ein Streik.

Sofort hört man: Aber das geht doch nicht im Sozial- und Gesundheitsbereich.

Und ob das geht!

Seit Montag, 2.5., 6.00 Uhr sind unsere Kolleginnen und Kollegen in der Charité, Europas größte Universitätsklinik, in Berlin in einem unbefristeten Streik und erregen damit großes Aufsehen.

Seit November letzten Jahres laufen die Verhandlungen. Trotz langwieriger Verhandlungen und einem Warnstreik gab es keinen Erfolg. Da die Charité nicht mehr im Arbeitgeberverband ist wird ein Haustarifvertrag verhandelt, die bundesdeutsche Entsprechung zum österreichischen Kollektivvertrag.

Der bisherige Haustarifvertrag liegt zum Teil deutlich unter dem Niveau des TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst). Mit diesem Arbeitskampf sollen dieser Unterschied beseitigt und weitere zusätzliche Verbesserungen durchgesetzt werden, die auch für andere Spitäler in Deutschland in der nächsten Tarifrunde ab März 2012 interessant sein könnten. Neben der griffigen Forderung nach „300 Jahre Charité´- 300 Euro mehr“ gibt es weitere Forderungen nach Aufwertung und Entlastung der Krankenhausbeschäftigten. Am Montag, 2.5., dem ersten Streiktag beteiligten sich 2.000 Beschäftigte insbesondere aus dem Pflegepersonal und aus dem technischen Bereich. 90% der OPs fielen aus, 300 Betten konnten nicht belegt werden. Patient*innen werden in die anderen Berliner Krankenhäuser gebracht. In vielen Bereichen laufen Notbesetzungen. Am Dienstag wurden die Streikbereiche noch ausgeweitet.

Gründe genug den Arbeitskampf in der Charité zu beobachten und unsere Solidarität zu erklären.

Wer mehr wissen will und den Arbeitskampf verfolgen will, kann sich im Internet informieren unter www.charite.verdi.de oder über Twitter: www.twitter.com/charitestreik

Vor allem ist jetzt wichtig: diskutieren, wie man einen vergleichbaren Streik in der Steiermark organisieren kann. Und in Kärnten, wo ebenfalls Kürzungen im Gesundheits- und Sozialbereich anstehen.

Dazu wird es in diesem Blog in den nächsten Tagen weitere Beiträge geben.


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3 Kommentare

Eingeordnet unter Aktionen solidarisch g'sund

3 Antworten zu “Streik in der Berliner Charité! 300 Euro mehr für Alle!

  1. Sonntagabend

    Lasst uns auch streiken. (Klagenfurt)

  2. Pingback: CFM-Streik eskaliert |

  3. Pingback: Arbeitskampf ohne Streik: So funktionieren Überlastungsanzeigen | Solidarisch G'sund

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