Psychische Überlastung im Pflegedienst – Kollektive Alternativen statt individueller Psychologisierung

Ein ORF-Bericht zeigt, wie auf marktwirtschaftliche Effizienz bedachte, hierarchische Arbeitsverhältnisse jene, die eigentlich Pflegebedürftige pflegen sollen, selbst der Pflege bedürftig werden lässt.

Eine überbordende Bürokratie, das Leiden unter dem Management sowie unmenschlicher Stress führen zu Burn Out:

Laut einer Studie der AK Wien steht mehr als ein Drittel aller Beschäftigten im Pflegebereich vor dem Burn Out

so der Bericht. Die Empfehlung, vermehrte psychologische Betreuung in Anspruch zu nehmen, ist zwar sicher richtig, angesichts der Problemdiagnose jedoch offenkundig unzureichend. Solidarisch G’sund setzt sich dafür ein, die Probleme der zunehmend marktwirtschaftlichen und verbürokratisierten Arbeitsorganisation im Gesundheitswesen nicht nur individuell durch vermehrte Besuche bei Psycholog_innen und einen limitierten Arbeitnehmerschutz notdürftig zu reparieren, sondern darüberhinaus kollektive Gegenwehr zu organisieren und nachhaltige Alternativen aufzubauen. Beschäftigte und Bürger_innen müssen gleichberechtigt über Organisation und Entwicklung des Gesundheitswesens mitbestimmen. Bestmögliche Gesundheit für Alle ist ein Menschenrecht, das mit marktwirtschaftlicher Effizienz nichts zu tun hat.

  • Ja zum Recht auf Gesundheit und gute Behandlung für alle
  • Ja zum Ausbau des öffentlichen Gesundheitssystems
  • Ja zu einer sozial gerechten Finanzierung des Gesundheitswesens
  • Ja zu genügend Personal für eine gute Versorgung

Unsere Solidarisch G’sund-Petition jetzt hier unterzeichnen!

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6 Kommentare

Eingeordnet unter Aktionen solidarisch g'sund

6 Antworten zu “Psychische Überlastung im Pflegedienst – Kollektive Alternativen statt individueller Psychologisierung

  1. Die AK hat offenbar auch nicht untersucht, wie es eigentlich mit Burn Out im „privaten“ Betreuungsbereich aussieht, das heißt jener Verwandten, die vollkommen unzureichend unterstützt werden in ihrer Sorge um ihre Lieben. Die Blindheit für die überwiegend unbezahlte und vor allem von Frauen geleistete Arbeit im Haushalt hat leider eine schlechte Tradition in AK und Gewerkschaft. Das müssen wir ändern.

  2. rudi gabriel

    ich ersuche um zusendung von den genannten studienunterlagen -publikationen – der link zur orf-kärnten seite ist doch etwas dürftig !!

  3. Hier gibt es das pdf der Studie sowie eine Presse-Unterlage: http://www.hg2.at/171/news/studie-ueberlastung/

    Folgende AK Wien-Mitteilung, worin die Studie auch erwähnt wird, findet sich im Internet: http://newsflash.unternehmerweb.at/ak-bessere-arbeitsbedingungen-fur-gesundheitsberufe/

  4. Eine ausformulierte Version: http://wien.arbeiterkammer.at/bilder/d144/AK_Studie_Arbeitsbedingungen.pdf – offenbar ist die Studie, auf die der ORF Bezug nimmt, aus dem Jahr 2010

  5. Mensch

    Danke für die schnelle Antwort.

    Hier eine neue Studie aus Graz: Hälfte der Ärzte/innen leiden an Burn Out!

    http://steiermark.orf.at/stories/513262/

  6. Pingback: Streik ist ein Grundrecht: allein die Belegschaft entscheidet | Solidarisch G'sund

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