Bittere Spitalspillen für Oberösterreich

mro: „Bittere Spitalspillen für Oberösterreich“, Der Standard: 26./27.3 2011

Reform mit massiven Einschnitten für Linz – Pühringer spricht von „großem Wurf“

Linz – Zwei Tage lang wurde der „Patient“ Spitalsreform von einer Expertenkommission bei einer Klausur im Mühlviertel unter die Lupe genommen, Freitagnachmittag präsentierte Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (VP) dann die Diagnose. Und es ist der erwartete Rundumschlag geworden: 760 Betten sollen abgebaut werden. Und würde die Reform sofort umgesetzt, könnten bereits 118 Millionen Euro eingespart werden.

„Es ist ein großer Wurf geworden. Das Potenzial an Kostendämpfung ist gewaltig, und es wäre fahrlässig gegenüber dem Steuerzahler, das nicht ernst zu nehmen“, kommentiert Pühringer den Entwurf. Der Koalitionspartner, die Grünen, stimmte in einer ersten Reaktion grundsätzlich der „Stoßrichtung“ des Reformpapiers zu.

Engere Verflechtungen

Vor allem im Linzer Zentralraum sind gravierende Reduzierungen geplant. Der medizinische Direktor des AKH Linz, Heinz Brock, stimmte deshalb dem Reformpapier nicht zu. Konkret könnte sich laut der Expertenkommission die oberösterreichische Spitalslandschaft so verändern: Das Linzer AKH verliert die Gynäkologie an die Landes-Frauen- und Kinderklinik (LFKK). Die Augenabteilung soll in eine Tagesklinik umgewandelt werden. Das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern muss die Kinderurologie an die LFKK abtreten und wird künftig nicht mehr eines der drei Herzkatheterzentren in Linz sein. Enger soll die bereits jetzt bestehende Kooperation der Spitäler der Barmherzigen Brüder und der Barmherzigen Schwestern werden.

Tiefe Einschnitte auch im Klinikum Wels-Grieskirchen: Die Herzchirugie soll dem Sparstift zum Opfer fallen. Angeregt wurde zudem eine enge Kooperation der Linzer Elisabethinen mit den Krankenhäusern Steyr und Vöcklabruck. Enger müssen künftig wohl auch die Krankenhäuser Gmunden und Vöcklabruck kooperieren. Wobei Vöcklabruck als Akut-Krankenhaus angedacht wird und Gmunden eher geplante Operation durchführen soll.

Der Akut-Status wackelt auch im Krankenhaus Schärding. In den Häusern Braunau und Ried soll es künftig statt Großabteilungen sogenannte „Fachschwerpunkte“ geben sowie Betten-Einsparungen im Bereich der Unfallchirurgie, Kinder- und gynäkologischen Abteilung.

Ab kommender Woche wird sich der Lenkungsausschuss, in dem die Klubchefs sitzen, mit dem Expertenpapier befassen. Pühringer garantierte im Vorfeld, dass es „eine ordentliche Diskussion geben wird und niemand überfahren wird“. Allerdings solle noch diesen Sommer die Reform im Landtag beschlossen werden. (mro, DER STANDARD; Printausgabe, 26./27.3.2011)

http://derstandard.at/1297821482747/Bittere-Spitalspillen-fuer-Oberoesterreich

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