Privatisierung ist kein Thema

Scheuch, Kurt: Privatisierung ist kein Thema. Kleine Zeitung, 11. 3. 2011, 38.

Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Scheuch über die Kabeg und Johann Neuners Rettungsvorschläge.

Debatte „Fünf Wege aus derKabeg-Krise“,10.3.

Für jeden ernst zu nehmenden Interessierten im Gesundheitsbereich sollte klargestellt werden, dass sich Gesundheit nicht für polemisches Agitieren eignet. Vielmehr sollten fünf Prämissen in den Vordergrund gestellt werden. 1.) Erhalt und Ausbau der hervorragenden Qualität der Gesundheitsversorgung; 2.) Erhalt der Arbeitsplätze und Standorte in unserem Gesundheitssystem; 3.) Optimierung des Mitteleinsatzes, um eine Kostenexplosion abzuwenden; 4.) Entpolitisierung des Krankenhauswesens; 5.) Verantwortungsvoller Umgang mit Gesundheitsthemen, um die Patienten nicht unnötig zu verunsichern.

Es gilt, eine Ausgewogenheit zwischen den definierten Zielen zu erreichen. Das neue Kabeg-Gesetz und auch die handelnden Personen verfolgen diesen Plan. Deshalb ist es auch sehr bedauerlich, dass viele Zurufe, die oft jeglicher Grundlage entbehren, ein verzerrtes Bild der Kabeg-Realität wiedergeben. So funktionieren weit über 90 Prozent der komplexen Abläufe im Kabeg-System auch durch den hervorragenden Einsatz der Mitarbeiter einwandfrei. Leider erwähnt das selten jemand. Die Behandlungsqualität für die Patienten ist nach wie vor hervorragend und das neue Klinikum in Klagenfurt funktioniert eigentlich auch sehr gut. Dass in dem größten Kärntner Konzern auch Fehler unterlaufen, die man ausmerzen muss, scheint klar.

Unter meinem Vorsitz wurde einstimmig eine Leistungsangebotsplanung beschlossen, die jetzt zur Umsetzung kommt. Die Politik wurde durch Experten ersetzt und hat nur mehr beratende Funktion. Dass gerade dieser Punkt dem einen oder anderen Politiker sauer aufstößt, mag schon sein, denn in der Vergangenheit gab es natürlich großen Einfluss der SPÖ auf die Kabeg.

Wenn Leute wie Johann Neuner, der alles daran gesetzt hat, selbst Aufsichtsratsvorsitzender der Kabeg zu werden, und daran peinlich scheiterte, nun Gerüchte über die Kabeg verbreitet, richtet sich dies wohl von selbst. Wichtigtuer haben nämlich in Kärnten zu einem so entscheidenden Thema nichts zu suchen.

Ich habe mehrfach dezidiert ausgeschlossen, dass es zu einer Privatisierung der Kabeg und der Krankenanstalten kommen wird, zumindest solange die Freiheitlichen in Kärnten eine führende Rolle einnehmen. Auch das Kabeg-Gesetz ist richtungsweisend für Österreich und ermöglicht eine positive Zukunftsentwicklung im Gesundheitsbereich.

Ing. Kurt Scheuch (FPK), Kabeg-Aufsichtsratsvorsitzender

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