Über 1000 Pfleger stehen gegen Personalabbau auf

Rausch, Wolfgang: Über 1000 Pfleger stehen gegen Personalabbau auf. Kleine Zeitung, 4. 3. 2011, 24.

Protestaktion am Klinikum Klagenfurt, die vom Betriebsrat und von der Gewerkschaft unterstützt wird, liefert vor Expertensitzung Zündstoff.

WOLFGANG RAUSCH

Ungeachtet eines schriftlichen Appells von 20 Oberschwestern/-pflegern und Funktionskräften, die interimistische Pflegeleitung bis auf Weiteres zu belassen, weil man um die gerade erst gewonnene Stabilität im Haus fürchtet, ging gestern in der Kabeg die Objektivierung des Postens über die Bühne. Das Rennen machte planmäßig Bernhard Rauter, aktuell Pflegedienstleiter im kleinsten Landesspital, dem LKH Laas. Ihn erwartet eine unangenehme Aufgabe, erachten Spitzenkräfte im Haus doch die Zielvorgaben aus der Kabeg als völlig unrealistisch.

Obendrein erwartet ihn eine Belegschaft, die bereit zum Kampf gegen weiteren Personalabbau und die Demontage der Pflege ist. An die 1200 Klinikum-Mitarbeiter aus allen Bereichen der Fachgruppe haben dies bereits mit ihrer Unterschrift unter eine Resolution der „Initiative der Pflege im Klinikum Klagenfurt“ dokumentiert, die noch bis zum 15. März zirkuliert.

Arbeiter wieder im Ring

Rückendeckung erhält diese Gruppe vom Betriebsrat unter Arnold Auer und von der Gewerkschaft öffentlicher Dienst. Dort steigt LKH-Betriebsrats-Monument Gebhard Arbeiter (seit 1.1.2010 in Pension) wenige Monate vor seinem Ausscheiden als Gewerkschaftsboss noch einmal für seine Ex-Kollegen in den Ring.

Doch deren Situation soll noch nie so dramatisch gewesen sein. Die Besetzungsdichte ist laut Pflegeinitiative im Österreichvergleich im untersten Durchschnitt. Dennoch werden die Personalbedarfsberechnungen der Pflegedienstleitung ständig infrage gestellt. Und: Der rigide Sparauftrag aus der Kabeg-Chefetage könnte nur durch einen weiteren personellen Aderlass umgesetzt werden. Das gefährde den Versorgungsauftrag, sogar das Wort „Katastrophe“ steht im Raum (siehe Faksimile).

Die Demontage der Pflege manifestiert sich am deutlichsten im Jobprofil des Leiters: Im Gegensatz zum Ärztechef muss er laut Ausschreibung „unter der Leitung des Betriebsdirektors“ arbeiten. „Für die Pflege ist das ein Rückschritt um 20 Jahre“, wettert Zentralbetriebsratsvorsitzender Arnold Auer.

Mit dem Protest der Pfleger wird sich kommenden Dienstag die Kabeg-Expertenkommission auseinandersetzen müssen.

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