Ablöse der Klinik-Chefs ein Debakel

Rausch, Wolfgang: Ablöse der Klinik-Chefs ein Debakel. Kleine Zeitung, 22. 2. 2011, 16.

Auch Oberpfleger bangen um Stabilität im Haus und sind gegen externen Leiter.

KLAGENFURT.

Ungeachtet der Weisheit, nicht mitten im Fluss die Pferde zu wechseln, ließ sich die Kabeg-Expertenkommission von Vorstandschefin Ines Manegold und FPK und ÖVP dazu drängen, die Posten des Betriebsdirektors und Pflegeleiters am Klinikum Klagenfurt neu auszuschreiben. Aber nicht genug: Da auch die medizinische Führung vakant war, hätte demnächst eine völlig neue Führungsriege das Haus übernommen – und das nach dem Bezug des „LKH neu“ im Juni 2010 in der mit Sicherheit heikelsten Phase seiner Geschichte.

Zumindest im medizinischen Bereich wird es dazu nicht kommen. Die Primarärzte machten sich für eine Fortführung der interimistischen Leitung durch Professor Bernd Stöckl stark. Ihr Wunsch fand nicht zuletzt deshalb Gehör, weil sich wegen der Turbulenzen um die Kabeg und ihre Chefin ohnehin keine Top-Kandidaten bewarben.

Das passierte auch bei der Ausschreibung des Postens des Betriebsdirektors. Kurt Scheuch, Kabeg-Aufsichtsratspräsident, beharrt dennoch auf einen Wechsel. Dass mit Roland Peters aus Laas der Chef des zweitkleinsten LKH dem verdienstvollen Herwig Wetzlinger folgen soll, wird fraglos noch für heiße Diskussionen sorgen.

Aktuell tut dies bereits ein Brief von 20 Oberschwestern/-pflegern und Funktionskräften aus dem Klinikum an Ines Manegold, die nach dem Wegloben von Siegfried Ruppnig in die Kabeg derzeit keinen externen neuen Chef wollen. Durch eine Neuausschreibung sei die Stabilisierung des Hauses, die zuletzt erreicht werden konnte, massiv in Gefahr. Daher solle man vorerst die interimistische Leitung beibehalten.

WOLFGANG RAUSCH

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Gesundheits-News

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.