Gruppenpraxen sollen Ambulanzen entlasten und Kosten senken

M. L.: Gruppenpraxen sollen Ambulanzen entlasten und Kosten senken. Die Presse, 18. 2. 2011, 5.

Für einzelne Ärzte bringt der Zusammenschluß zu einer Gruppenpraxis aber kaum Ersparnisse.

[WIEN/M.L] Johannes Steinhart von der Ärztekammer Wien will Spitalsambulanzen durch Gruppenpraxen entlasten. Würde ein Drittel der Patienten anstatt in die Ambulanz zu einem niedergelassenen Arzt gehen, wären Einsparungen in der Höhe von 300 Millionen Euro möglich, erklärt Steinhart. Pro Patient entstehen in einer Ambulanz Kosten von durchschnittlich 84 Euro, bei einem niedergelassenen Arzt 25 Euro.

Seit Anfang des Jahres können sich Mediziner zu einer „Ärzte-GmbH“ zusammenschließen. Solche Gruppenpraxen könnten durch längere Öffnungszeiten, kurze Wartezeiten und Arbeitsteilung (ein Arzt kann Hausbesuche erledigen, während der andere in der Praxis ist) höhere Qualität bieten als Einzelordinationen, sagt Steinhart.

Für die Ärzte selbst bringt der Zusammenschluss zu einer Gruppenpraxis aber kaum Einsparungen, ergab eine Studie über die betriebswirtschaftlichen Folgen eines Zusammenschlusses, die von der Ärztekammer in Auftrag gegeben wurde. Durch die längeren Öffnungszeiten steigen die Personalkosten stark an. Außerdem sind bei der Eröffnung der Praxis oft zusätzliche Investitionen notwendig. Bei Ordinationen, die 40 Stunden pro Woche geöffnet haben, ergibt sich dadurch sogar ein Mehraufwand von rund 2,5 Prozent.

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