Ein Spitals-„David“ mutiert zum Goliath

Rausch, Wolfgang: Ein Spitals-„David“ mutiert zum Goliath. Kleine Zeitung, 11. 2. 2011, 31.

Chefsuche für Klinikum Klagenfurt ein Flop. Leiter der Gailtal-Klinik als „Joker“.

KLAGENFURT. Ist der mit Vehemenz betriebene Austausch der drei Direktoren des Klinikums Klagenfurt (zwei sind bereits weg) tatsächlich der Weisheit letzter Schluss? Fakt ist: Wie bei der Ausschreibung für den medizinischen Leiter finden sich jetzt auch bei der Suche nach dem Nachfolger von Betriebsdirektor Herwig Wetzlinger keine Kandidaten, denen man die schwierige Aufgabe zutraut. Kabeg-Aufsichtsratschef Kurt Scheuch (FPK) musste einräumen, dass der Personalberater Deloitte die Auswahl als nicht optimal beurteilt. Scheuch und Kabeg-Vorstand Ines Manegold wollen daher jetzt aus der Not eine Tugend machen und das im Landesspitäler-Verbund vorhandene Potenzial ausnutzen. Als Wunschkandidaten haben sie Roland Peters auserkoren, den kaufmännischen Leiter des zweitkleinsten Hauses, der Gailtal-Klinik in Hermagor. Peters war davor im Büro des damaligen Gesundheitsreferenten Peter Ambrozy tätig, aktuell lenkt er in der Kabeg den sogenannten „Change“-Prozess.

Nicht nur die Frage, ob Peters der geeignete Mann ist, um einem Kaliber wie Herwig Wetzlinger zu folgen, wird für Diskussionen sorgen. Sie ist übrigens auch für den Vorsitzenden der Expertenkommission, Albert Kreiner, durchaus legitim, der der Lösung Peters dennoch Charme zugesteht: „Schließlich kennt er die Strukturen im Spitalswesen von innen.“ Sprengstoff ist noch mehr das Agieren von Scheuch und Manegold, die mit dem Abbruch des Auswahlverfahrens die Expertenkommission präjudiziert haben.

WOLFGANG RAUSCH

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