Ex-Direktor Angres rechnet mit Politik ab

Kakl, Horst: Ex-Direktor Angres rechnet mit Politik ab. Kärntner Tageszeitung, 22. 1. 2011, 13.

Unter dieser Landesführung würde er „nie wieder“ einen Job in Kärnten annehmen, sagt der frühere Klinikum-Direktor im KTZ-Interview. Über die Ex-Chefin und Geld spricht er nicht.

Horst Kakl

Klagenfurt, Hamburg

Die Details seines Vergleichs mit der Kabeg wirbelten auch gestern viel Staub auf (siehe Artikel unten). Auf Kärnten, nein, auf die politische Führung des Landes ist der gebürtige Hamburger Matthias Angres (52), gefeuerter und nun rehabilitierter Medizinischer Direktor des Klinikums Klagenfurt, nicht gut zu sprechen. Die Einigung, die er mit seinem früheren Arbeitgeber, der Kabeg, erzielte und die ein arbeitsgerichtliches Verfahren beendete (wir berichteten), hat sein Bild des Landes nicht verbessert.

Die KTZ erreichte Angres, der sich‘ nach der Lösung seines Vertrags – wieder in

Deutschland aufhält, gestern an seinem Mobiltelefon.

KTZ: Der Vergleich, der mit der Kabeg erzielt wurde, lässt in Kärnten die Wogen hochgehen. Wie viel Geld haben Sie erhalten?

Angres: Keine Summen. Es wurde eine Verschwiegenheitsklausel vereinbart, mit der ich einverstanden war. Es ging mir nicht ums Geld, sondern um meinen Ruf. Zum Geld sage ich nichts, ich halte mich an die Spielregeln.

Gerüchte besagen, Sie würden Geld für Ihre Stiftung Robin Aid benötigen.

Angres: Nein, ich brauche keines, ich habe Sponsoren.

Bei Ihrem Arbeitsprozess ging es auch um die Frage, ob Kabeg-Vorständin Ines Ma-negold von der Bespitzelung einer Klinikum-Betriebsversammlung informiert war. Wusste sie davon?

Angres: Im Arbeitsprozess ging es nicht um diese Frage, sondern um meine Entlassung. Das stand nicht zur Debatte. Ich halte mich da heraus.

Wie beurteilen Sie Ihre Zeit in Kärnten?

Angres: Ich habe in Kärnten eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens gemacht. Ich bin froh, dass es vorbei ist. Ich gehe jetzt nach Kabul und setze meine Arbeit dort fort.

Wenn man Ihnen einen anderen Job in Kärnten anbieten würde?

Angres: Mit dieser Konstellation in der Landesregierung würde ich in Kärnten keinen Job mehr annehmen. Das Land ist schön, ich habe hier viele Freunde gefunden. Aber unter dieser Konstellation nie wieder!

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